Verein
Wer ist der Schwarzwaldverein?

Am 18. Juni 1864 wurde in Freiburg von Industriellen und Gastwirten der "Badische Verein zum Zweck, den Schwarzwald und seine angrenzenden Gegenden besser bekannt zu machen" gegründet, der sich kurze Zeit später "Badischer Schwarzwaldverein" nannte. Vorrangig ging es darum, Wanderern den Schwarzwald zu erschließen und den Tourismus zu fördern. Durch die zunehmende Industrialisierung und Motorisierung, die den Massentourismus zur Folge hatte und zu einer Belastung für die Natur wurde, wuchsen dem Schwarzwaldverein verstärkt Aufgaben des Naturschutzes und der Heimatpflege zu. Heute hat der Verein mit Sitz in Freiburg ca 90.000 Mitglieder, die in 241 selbständigen Ortsgruppen organisiert sind.

Die Ortsgruppe Löffingen e.V. wurde am 15.05.1954 gegründet und hat heute 455 Mitglieder. Die hohe Zahl der Teilnehmer an den einzelnen Veranstaltungen zeigt, dass das umfangreiche und vielfältige Programmangebot der Ortsgruppe Löffingen für die Bevölkerung attraktiv ist und sehr gut ankommt. Für die Zukunft hat sich der Verein auch zum Ziel gesetzt, mehr Kinder und Jugendliche durch speziell auf diese Gruppe zugeschnittene Angebote zum Mitmachen zu begeistern.

Was bietet der Schwarzwaldverein?
Er bietet beispielsweise seinen Mitgliedern die Teilnahme an vorbereiteten Wanderungen, veranstaltet Dia-Vorträge, praktiziert Heimatpflege, pflegt das gesellige und gemütliche Beisammensein. Seine Mitglieder erhalten kostenlos die interessante, reich bebilderte Zeitschrift "Der Schwarzwald". Sie bringt natur- und heimatkundliche Beiträge, informiert über lohnende Wanderziele, über Probleme des Naturschutzes und Umweltschutzes und das Geschehen im Verein.
Was braucht der Schwarzwaldverein?
Er braucht Sie! Er braucht Menschen, die seine Arbeit und Ziele durch Ihr Mittun oder Ihren Beitrag unterstützen. Er braucht Sie!
Wie wird man Mitglied?
Ganz einfach. Wenn Sie unseren Verein unterstützen und Mitglied werden wollen, können Ihren Beitritt erklären über:
Beitrittsformular ausdruckbar
Sie können sich natürlich auch an jedes unserer Vorstandsmitglieder wenden.
Mitgliederversammlung am 22.02.2008

 

Nach 32 Jahren geht eine Ära zu Ende - Genovefa und Klaus Kinast werden Ehrenmitglieder - <zur Laudatio>
Mit einer denkwürdigen Versammlung startet der Schwarzwaldverein Löffingen in eine neue Ära. Klaus und Genovefa Kinast wurden mit Ehrungen überhäuft und vom neuen Vorsitzenden Karlheinz Rontke zu Ehren- mitgliedern ernannt. 32 Jahre haben sie die Geschicke des Schwarzwaldvereins geleitet.
Im vergangenen Jahr hatte der Touristfachmann Karlheinz Rontke den stellvertretenden Vorsitz des Schwarzwaldverein Löffingen übernommen, um den Verein kennen zu lernen. Bei den Wahlen, die durch Bürgermeisterstellvertreter Bernd Behnke geleitet wurden, wählte ihn die Versammlung zum neuen Vorsitzenden.
Neu und doch mit viel Erfahrung auf diesem Gebiet, wurde Peter Spiegel als Stellvertreter gewählt. Er hatte dieses Amt bereits schon einmal inne und war auch als Fachwart für Heimatpflege aktiv. Neu ins Amt der Schriftführerin wurde Anja Adrion gewählt, ebenfalls neu ist Marion Liebermann, die das Amt als Naturschutzwart von Udo Pöllmann übernahm und ebenfalls neu ist Roland Stefan als Fachwart für Heimatpflege im Vorstandsgremium. Ausgeschieden aus dem Wanderwarteteam mit Rita und Herbert Bölle, sowie Gaby Vogt ist Günter Schelb, der für das Kassenwesen des Vereins weiterhin verantwortlich zeichnet. Ergänzt wird das Vorstandsteam durch Wegewart Ernst Waldvogel und die Beisitzer Andrea Dobler, Ursula Vogt und die Kassenprüfer Margarete Senn und Monika Frey.
Die Bilanz des Wanderwarteteams von Rita Bölle präsentiert zeigte, dass immer wieder Gäste den Weg zum Schwarzwaldverein finden. "Es sind die interessanten Wanderungen und die Kameradschaft, welche auch die Touristen lieben", erklärte Bürgermeisterstellvertreter Bernd Behnke. Dank der 20 Wanderführer ist das Angebot so umfangreich, was auch im Bezirk für Erstaunen sorgt: "Wir sind richtig neidisch auf einen solchen Wanderplan und die tolle Wanderresonanz", erklärte der Bezirksvorsitzende Harald Fritsche aus Lenzkirch. Bei 6600 Wanderkilometern, einer Wanderdurchschnittszahl von 20 Personen und 750 Wanderern kann sich diese Bilanz sehen lassen.


Nicht einfach werden die "großen Fußstapfen" des langjährigen Vorsitzenden Klaus Kinast auszufüllen sein. Doch Karlheinz Rontke als Naturfreund und Tourismusexperte will einen geeigneten Weg finden, beides zu vereinen. Sanfter Tourismus ist das Schlagwort, welches in Löffingen greift.

 

Rontke möchte die Jugendlichen für den Verein begeistern und wird Kinder im Alter von 13 bis 17 Jahren zu einer Erlebnistour mit Klettergarten einladen (wir berichteten). Einen leichten Mitgliederrückgang auf nun 457 Mitgliedern vermeldete Genovefa Kinast in ihrem letzten Schriftführerbericht. Allerdings zeigen sich die Mitglieder als engagierte Truppe, in deren Mittelpunkt zwar das Wandern, aber noch viele weitere Aktivitäten, wie auch die Landschaftspflege und die Biotoppflege stehen.

Rechner Günter Schelb berichtete über ein kleines Kassenplus, die 4164 Euro Mitgliedsbeitrag an den Hauptverein und die Spende zur Renovierung des Gedächtnishauses Fohrenbühl in Schramberg mit 1000 Euro belasteten die Kasse stark. Neben den Mitgliedsbeiträgen sind die Anzeigen im Wanderplan die größten Einnahmen.

(Text und Bilder: Gerold Bächle)


Genovefa und Klaus Kinast werden Ehrenmitglieder - Laudatio von Günter Schelb

Die Wutachschlucht ist einer der schönsten und beeindruckendsten Flecken Erde, die unser Land zu bieten hat. Jeder, der einmal in dieses einzigartige Zusammenspiel von Tier und Pflanzenwelt und erhabenen Felslandschaften aus der Nähe erlebt hat, wird sich der Anziehungskraft dieses wunderbaren Werkes der Natur nicht entziehen können. Entstanden ist diese Landschaft, nicht in einer Nacht. Unzählige Jahre brauchte sie um zu dem zu werden was sie ist. Eifrig daran mitgearbeitet hat der Fluss, der dieser Schlucht den Namen gibt. Die Wutach, manchmal wild, ein anderes mal langsam dahinfließend, vor Überschwung und Tatendrang über scheinbar unüberwindbare Klippen hinwegstürzend. Sie meistert unwegsame Windungen. Immer aber ist sie bestrebt, durch ihr stetiges und kontinuierliches Hinfließen eine Landschaft mitzuformen, die ihresgleichen sucht. Nicht immer nimmt die Wutach die einfachsten Wege doch ans Ziel kommt sie mit Bestimmtheit. So liegt doch der Vergleich zu Menschen nahe, die mit viel Hingabe über einen außergewöhnlich langen Zeitraum an einer Sache arbeiten um sie zu Formen aber auch zu bewahren, was sie ist. Stetig und entschlossen wie die Wutach formten Klaus und Veva den Schwarzwaldverein Löffingen über ganze 32 Jahre. Ein Fluß, der Erdzeitalter überdauert mag darüber lachen, wir Menschen können nur darüber staunen.

Klaus Kinast brachte für diese Aufgabe als Mann aus dem Forst von Beginn an alle Voraussetzungen mit. Er kennt sich aus in Flora und Fauna. Naturschutz ist für ihn nicht nur Theorie sondern gelebte Praxis. Er kennt alle Wege und Stege in der näheren und weiteren Umgebung. Doch nicht nur das: Klaus hat ein unwahrscheinliches geschichtliches Hintergrundwissen, so werden Dynastien von mittelalterlichen Burgen und Burgruinen in seiner Erzählung wieder lebendig. Kurz um, er kennt und schätzt Land und Leute.

Ein kurzer Blick in die Geschichte zeigt uns: Klaus hat auch Organisationstalente, so holte er die Hauptversammlung des Schwarzwaldvereins 1979 nach Löffingen. Er war zur Stelle 2004 beim 50-jährigen Jubiläum des Ortsvereins. Diese umfangreichen zusätzlichen Belastungen hat er immer auf sich genommen und durchgezogen. Auch bei kritischen Situationen blieb er sachlich und ausgleichend.

Es fließt unabänderlich zusammen was zusammengehört. Ein Fluss wie die Gutach allein ist schon ein imposanter Fluss -- doch wird er nur zur kräftigen Wutach an dem Punkt --, an dem ein anderer Fluss, hier die Haslach, in ihn mündet und ihn zu einem wilden Gewässer macht.

Was wäre also unser geschätzter Fluss Klaus ohne seinen ebenbürtigen Zufluss Veva, sein größtes Lebens- und Liebesglück. Als Mutter, Großmutter und neuerdings als Urgroßmutter hat .sie immer noch für den Schwarzwaldverein Zeit. Der Schwarzwaldverein ist für Veva einfach auch ein weiteres Familienmitglied.

Vevas größte Gabe ist ihre Kreativität. Außer Ihrer 24-jährigen Tätigkeit als Schriftführerin leitete sie 20 Jahre die bunten Abende anlässlich der Schwarzwaldvereins-Fasnacht, zu der sie auch die Kostüme entworfen und selbst genäht hatte. Wie wurden wir auch immer wieder überrascht mit Ihren Geschenkideen an den Osterwanderungen oder wenn der Nikolaus kam.

 

Vorbildlich führte sie mit ihrer, und das verdient eine besondere Heraushebung: Ausgesprochen schönen Schrift die Protokollbücher, bei jeder Vorstandsitzung bei jeder Generalversammlung.

Veva und Klaus waren immer wieder auf der Suche nach neuen Vorstandsmitgliedern und sie verstanden es, diese für den Schwarzwaldverein zu begeistern.

Der immer größere Schriftverkehr musste bewältigt werden und das alles ohne Computer. Es gab neue Gesetze und Vorschriften zu beachten, die Statistiken wurden immer umfangreicher. Haftungsfragen mussten beachtet und publiziert werden. Überregionale Termine auf Bezirks- und Hauptverbandsebene mussten wahrgenommen werden. Freundschaften zu anderen Ortsvereinen wurden gepflegt.

Könnte man die Wutach nach dem Lohn ihrer Arbeit fragen, so würde sie glaube ich antworten, dass sie fließt und gestaltet um des Fliessens und Gestaltens Willen. Ebenso denke ich, interpretiert auch unser Veva-und-Klaus-Fluss das Ehrenamt: Formen und Schaffen, für das Allgemeinwohl, für das Wohl des Vereins.

Deshalb liebe Veva, lieber Klaus, möchte ich euch persönlich und im Namen der Vorstandschaft, sowie des ganzen Vereins, meinen Dank, verbunden mit dem größten Respekt für Eure Arbeit aussprechen.

Die Vorstandschaft hat beschlossen Euch die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen.

Wir können beobachten, dass die Wutach an manchen Stellen versickert, können uns aber sicher sein, dass sie an anderer Stelle wieder auftaucht und in anderen Windungen weiterfließt. So bin ich überzeugt, dass auch unser Veva-und-Klaus-Fluss für den Schwarzwaldverein weiterfließen wird.

Günter Schelb
(Kassierer des Schwarzwaldvereins Löffingen)

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