Naturschutz

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Unter fachkundiger Anleitung von Herrn Karl Meister beteiligten sich am Samstag, 11.10.2008 über 20 Personen, darunter 10 Mitglieder des Schwarzwaldvereins, an der Pfege der schützenswerten Bereiche in der Kiesgrube in Reiselfingen.
Biotop-Pflege in der Kiesgrube Reiselfingen


Auch in den noch großflächig vorhandenen naturnahen und natürlichen Gebieten im Schwarzwald bedarf die Natur unseres Schutzes. Wir treten dafür ein, daß sich auch künftige Generationen an ihr erfreuen. Die Wanderer bitten wir, die Pflanzen zu schonen, keine frei lebenden Tiere zu beunruhigen und vor allem mitgebrachte Verpackungen wieder mit nach Hause zu nehmen.

Seit mehr als 100 Jahren leistet der Schwarzwaldverein praktische Naturschutzarbeit. Jährlich werden rund 20000 ehrenamtliche Arbeitsstunden aufgewandt, ein Großteil davon für die Sicherung und Pflege gefährdeter Tier- und Pflanzenarten sowie ihrer Lebensräume.


Ehrenamtliche Naturschutzdienste informieren in Zusammenarbeit mit Naturschutzstellen die Besucher der großen Naturschutzgebiete am Feldberg, in Kaiserstuhl, Taubergießen und Wutachschlucht.


Als anerkannter Naturschutzverband und Gründungsmitglied des Landesnaturschutzverbandes setzt sich der Schwarzwaldverein in Stellungnahmen zu aktuellen Bauvorhaben und Planungen für die Belange des Natur- und Umweltschutzes ein.


Biber leistet Naturschutzarbeit

Badische Zeitung -Sa, 10. April 2021 Bericht von Gert Brichta

eisenbach

Martin Welte verweist auf die wertvolle und nachhaltige Arbeit des Bibers im Oberbränder Weibermoos.

Im Weibermoos in Eisenbach (Hochschw.) hat er ein Feuchtbiotop wieder freigelegt.

Foto: Gert Brichta

Des einen Freund, des anderen Feind ist der Biber. Martin Welte, Unternehmer aus Eisenbach ist seit vielen Jahren Naturschutzwart im Schwarzwaldverein und nimmt gegenwärtig ehrenamtlich Aufgaben für die landesweite Artenkartierung wahr. 2014 startete das Land Baden-Württemberg mit einer zweijährigen Pilotphase einer landesweiten Artenkartierung (LAK) der weit verbreiteten Amphibien- und Reptilienarten. Inzwischen wurde das Projekt nach erfolgreicher Pilotphase bis einschließlich 2023 verlängert. Die BZ begleitete den Naturfreund ins Oberbränder Weibermoos, wo die Gemeinde selbst eine Ausgleichsfläche besitzt, die im Jahr 1998 geschaffen wurde. Hier legte der damalige Schwarzwaldverein eine Streuobstwiese sowie Feuchtbiotope an.

Und genau hier hat der Biber einen Lebensraum gefunden. Das Nagetier, so Welte, ist in Europa durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) geschützt und es unterliegt in Deutschland nicht dem Jagdgesetz. Der Weg führte zu den einstmals angelegten Feuchtbiotopen, die im Laufe der Jahre zuwuchsen. Der Biber hat sie wieder freigeräumt und auch dem Fließgewässer Zugang zu den Teichen ermöglicht. Welte ist stolz auf ihn, besser hätte er es selbst nicht machen können, sagt er. Doch nicht nur die bestehenden Teiche pflegt der Biber, er legt auch neue an, dazu verwendet er Holz aus der Umgebung, das er mit seinen scharfen Zähnen fällt und zerkleinert, damit Dämme baut und so Wasser anstauen kann.

Nachhaltig arbeite der Biber, so Welte, er schaffe Lebensräume für Insekten, Amphibien und eine breite Palette weitere für die Natur wertvolle Lebewesen. So ist es der Grasfrosch, der hier in den flachen Uferzonen laicht. Hier stört er niemanden und die Bäume, die der Biber fällt, sind für ihn selbst Nahrung, sind zum Bau seiner Burg notwendig und gleichzeitig verwendet er das Holz als Baumaterial. Für den Biber, ein semiaquatisches Säugetier, welches sich von Pflanzen und Gehölzpflanzen ernährt, keinen Winterschlaf kennt und 20 Minuten lang unter Wasser leben kann, ist das Weibermoos eine Heimat geworden. Welte beobachtet das Wirken des Bibers seit zwei Jahren.

Das Feuchtbiotop im Oberbränder Weibermoos hat eine lange Geschichte. 1990 gab es erste Überlegungen hier ein Feuchtbiotop anzulegen. Bereits ein Jahr später erfolgte erstmals eine Biotoppflege, bei welcher der gesamte Bereich mühevoll gemäht und das Schnittgut abgefahren wurde. Hintergrund war damals das Niedermoor und damit die seltenen Pflanzen zu erhalten. Im Jahr 2000 fand eine Bestandsaufnahme statt, wobei die unterschiedlichen Pflanzen und Moose analysiert und die Ergebnisse in der Zeitschrift "GEO" veröffentlicht wurden.

1998 bemühte sich die Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins darum, in diesem Bereich eine Streuobstwiese und drei Teiche anzulegen, die Genehmigung hierfür wurde erteilt. Hintergrund war damals, dass diese Fläche als Ausgleichsmaßnahme für den Bau der Waldstraße dienen sollte. Zwar wurde die Verlängerung der Waldstraße nie gebaut, doch die Ausgleichsmaßnahme existiert nun seit Jahrzehnten. Martin Welte war übrigens damals schon maßgeblich beteiligt, er sorgte für die Säuberung der Amphibienteiche, um das Zuwachsen dieser Gewässer zu verhindern.