Berichte - Interessantes - Wissenswertes

Burgen, Reben, Lebensfreude

45 Km auf dem Ortenauer Weinpfad von 01. bis 03. Mai 2017

Von Kappelrodeck nach Oberkirch

Nach dem Erfolg der letztjährigen Wanderung auf dem Ortenauer  Weinpfad haben wir uns  entschlossen, dieses Jahr – entsprechend dem Vorsatz unserer Mitwanderer –von Sasbachwalden nach Gengenbach zu wandern. Wir – das waren Herbert und ich, Gerlinde Daubner, Else Fehrenbach, Uschi Föhrenbach, Lydia Flößer, Agnes Gärtner, Lothar Hall, Luzia Heiler, Walter Köpfler, Erich Maier, Renate Meder, Monika Rouxel, Hanspeter Schropp, Helene Stefan, Petra Schmiedeke, Rosi Stuber und Christel Wehrle. Ja  - mit Sasbachwalden und den Gaishöllwasserfällen sollte es nichts werden – das Wetter machte uns wie im vergangenen Jahr einen Strich durch die Rechnung. So fuhren wir nach Kappelrodeck im Achertal,  einem hübschen Weinbauort mit Fachwerkhäusern ,  das im Jahre 1349 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Dort legten wir  eine Kaffeepause ein und tanzten zu den Klängen der Trachtenkapelle Waldulm,  die zum 1. Mai aufspielte. Wir besichtigten noch die 1902 bis 1907 errichtete neugotische Kirche und  ich glaube, jeder ließ ein Stoßgebet in der Hoffnung auf besseres Wetter los, das sich auch bald einstellte. Vorbei an Schloss Rodeck aus dem 11. bis 13. Jhd. gelangten wir zum Rotweinort  Waldulm, das mit seinen idyllischen Fachwerkfassaden und  Vorgärten besticht. Bald hatten wir das Ringelbacher Kreuz erreicht - eine Kuppe, die das Acher- mit dem Renchtal verbindet. Hier trafen wir auf unseren Hauptffachwart Wandern des Schwarzwaldvereins Martin Huber, den ich aus meiner Tätigkeit als Bezirksfachwartin  kenne. Er gab uns Informationen aus der Gegend und deren Geschichte, überraschte uns mit einem für die Ortenauer typischen Topinamburschnaps mit Blutwurz  und wanderte mit uns bis zur Fatimakapelle , wo wir noch ein Marienlied sangen.  Martin war von unserer Gruppe sehr angetan, er schrieb mir, dass das gesamte Erlebnis einer Wanderung das sei, was hängen bliebe. Die Gruppe habe das wunderbar gezeigt, er habe alle Teilnehmer als zufrieden und wissbegierig erlebt. Auch unser Gesang –sogar während der Wanderung- hat es ihm angetan. Mit herrlichem Blick auf Oberkirch – unserem Tagesziel- den Mooskopf und das Rheintal setzten wir unsere Wanderung fort und hatten bald unser Ziel erreicht. Wir machten noch einen Rundgang durch das hübsche Städtchen mit der Bachanlage mit Mühlbach, den historischen Fachwerkhäusern, den Barockbauten und  den Fragmenten der alten Stadtmauer. Oberkirch ist heute eine Große Kreisstadt und durch Wein – und Obstbau geprägt. Daneben gibt es Papier – und Textilindustrie sowie Maschinenbau. Von so viel Wissen vollgestopft war uns nach etwas Flüssigem - wir tranken in einer spanischen Bar noch den typischen Oberkircher Wein – manche auch ein Waldulmer Bier. Im Gasthof Pflug genossen wir das gute Essen, die Geselligkeit mit Liedern und ließen uns müde in die Betten fallen.          

Von Oberkirch über Durbach nach Fessenbach

Der heutige Tag sollte unsere Königsetappe werden – und wurde es auch. Es war angenehm warm, strahlender  Sonnenschein begleitete  uns auf unserer Tour. Aber der Reihe nach. Nach einem sättigenden Frühstück starteten wir im Gasthof Pflug vorbei  am Zollamt. Zollamt? Ja, da es um  Oberkirch ca. 3.500 Schnapsbrennereien gibt, muss auch Ordnung sein. Zufällig war ein Mitarbeiter des Zollamtes vor Ort und erzählte uns einiges über die Brennerei. Wir überquerten die Rench und hatten bald das  Fürsteneck  erreicht, wo wir einen wunderschönen Blick über Oberkirch hatten. Hier erinnert ein Denkmal an die letzten Tage des 2. Weltkrieges. Ja, und wenn es raufgeht geht, geht es auch wieder runter. Dem Abstieg zum Froschhof folgte ein Anstieg zur Judas-Thaddäus-Kapelle und zur Wallfahrtskapelle St. Wendelin, wohin am Wendelinusfest im Oktober eine große Reiterprozession von Nußbach aus führt. Wir machten Privatwallfahrt und sangen ein Marienlied,  schauten noch einmal auf Oberkirch und die Hornisgrinde, bevor wir in den Wald eintauchten und beim Schwarzen Kreuz den Ausblick ins Rheintal genießen konnten. Hier ist auch ein Sagenweg angelegt, der u.a. vom Schwarzen Ritter erzählt.  Nach einem weiteren Anstieg im Wald  stand Schloss Staufenberg vor uns. Welch ein majestätischer Anblick!  Wir genossen  auf der großen Panoramaterrasse die Aussicht über das Rheintal und den Mooskopf. Auch die gute Küche des Wirtes vom Ritter von Durbach  ließen wir uns schmecken ( Spinatknödel auf Salbeibutter, hausgemachte Gulaschsuppe, Flammkuchen, köstliche Schokolade  und  und….).  Ja,  den Augenblick hätte man festhalten können.

 

Natürlich haben wir auch den  Riesling aus dem Gewann Klingelberg gekostet, der 1782 von Carl Friedrich Markgraf von Baden angebaut wurde und aus dem ein Mythos entstand. Das Schloss ist seit über 300 Jahren  Jahren im Besitz des  Markgrafen von Baden – mit Unterbrechung in Dreißigjährigen Krieg. 1832 wurde die ehemalige Burg,  die um das Jahr 1000 von den Zähringern erbaut  wurde, zum romantischen Schloss umgebaut.

Im Untergeschoss befindet sich  eine edle Verkaufsstelle der Weine des Markgrafen, die hier angebaut werden. Ja, alles hat ein Ende und so stiegen wir hinab nach Durbach,  kamen am  Ritter vorbei ( unser Geldbeutel war nicht groß genug, hier einzukehren) . Den schönen Weinort konnten wir nicht besichtigen,  wir stiegen auf zur Wolfsgrube und gelangten über die Wetterfahne zum Schuckshof nach Fessenbach. Während der ganzen Tour hatten wir einen herrlichen Blick auf die Vogesen und das Straßburger Münster. Vor der Traube wollten wir noch gemütlich ein Bier trinken, aber ein aufziehendes Gewitter ließ uns bald die Runde abbrechen. Was uns am Abend an Essen erwartete war unglaublich! Wir glaubten, bei einem Sternekoch eingekehrt zu sein. Obwohl wir bereits auf Schloss Staufenberg gegessen hatten,  konnten wir der Versuchung nicht widerstehen. Es gab Bärlauchcremesuppe mit Venusmuschel im Speckmantel,  Iberico Schweinekotelett, Lammfilet im Seranospeckmantel mit Olivenpolenta, als besondere Spezialität Saure Rinderleber und Kutteln……………einfach alles, was das Herz begehrte. Genau so ging es bei den Desserts weiter.  Wir ließen Herrn Busam aus der Küche holen und sangen ihm als Dankeschön ein paar Lieder. Er erzählte uns, dass er aus einer Metzgerei stamme, alles frisch zubereite und früher einmal im Hotel Ruhbühl  in Lenzkirch gearbeitet  habe. Am Nebentisch sang ein Gast mit, seine Schwiegermutter hatte an unserem Gesang viel Freude und erzählte uns, dass ihr Mann einmal drei Chöre geleitet habe.  Wir ließen den schönen Tag fröhlich ausklingen.

Von Fessenbach nach Gengenbach

Nach einem reichhaltigen Frühstück machten wir uns auf den Weg. Am Felix-Burda-Park waren wir wieder mitten in den Reben, hatten einen tollen Blick auf Offenburg,  das Straßburger Münster und  die Kinzig. Vorbei  am Sortengarten des Weingutes Schloss Ortenberg  mit über 30 beschriebenen Rebsorten präsentierte sich bald  Schloss Ortenberg, das Wahrzeichen der Ortenau. Dieses hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich, wurde im 11./12. Jahrhundert von den Zähringer zur Sicherung des Kinzigtales gebaut, 1964 an das Deutsche Jugendherbergswerk verkauft und wird heute als Jugendherberge genutzt. Junge Ritter, die dort gerade ihre Freizeit verbrachten, haben hier ihren Wegezoll erhalten. Wir machten eine kurze Pause, schauten uns die Innenanlagen an. Nun hatten wir den Blick auf das Kinzigtal – Kontrastprogramm nach so vielen Reben.  Über urige Pfade und Wiesen gelangten wir nach Ohlsbach – nicht ohne vorher die Kapelle Maria im Weinberg  ( mit Marienlied ) besichtigt zu haben. In der Minigolfanlage Ohlsbach gab es den traditionellen Mittagscafe. Da sich bald dunkle Wolken zeigten, zogen wir wieder los. Vorbei an schönen Fachwerkhäusern ging es durch Obstanlagen in Richtung Reichenbach und durch ein Waldstück mit kleiner Schlucht. Kurz vor Gengenbach hat uns dann ein ziemlich starker Regen erwischt, so dass wir dort keinen Aufenthalt mehr machten und nach einem kleinen Rundgang durch die Stadt nach Donaueschingen ins Braustüble fuhren, wo wir einen Abschluss  nach diesen schönen Tagen machten.

Ja, das waren wieder erlebnisreiche , fröhliche Tage in der Ortenau,  die von guter Kameradschaft und Geselligkeit geprägt waren. Was uns nicht so fröhlich machte, war die Tatsache, dass wahrscheinlich fast die gesamte Wein -und  Obsternte  in diesem Jahr wegen des starken  Frostes im April ausfallen wird.

Wir haben die Ortenau nur flüchtig gekannt, konnten uns keine Vorstellung von den hübschen Orten, der schönen Landschaft,  der großartigen Wein- und Obstgegend, den vielen Kreuzen und Kapellen und den  sehr guten Gaststätten machen. Wir sind jetzt richtige Ortenauliebhaber geworden.

Entfernungen: 1. Tag: 12 km, Aufstieg 180m, Abstieg 200 m
                     2. Tag: 19 km, Aufstieg 300m, Abstieg  300m
                     3. Tag:  14 km, Aufstieg 200m, Abstieg: 250m

Bericht: Rita Bölle


Wandertage im Trentino

Val di Sole- eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch
13.-18.September 2016

Unsere diesjährige Reise führte uns ins Trentino – einer Gegend, die viele von uns 23 Teilnehmer nicht kannten. Voller Erwartungen fuhren wir los, traurig waren wir etwas wegen der 3 Wanderkameraden, die nicht mit konnten.

Bei herrlichem Wetter fuhren wir über Schaffhausen, St. Gallen, den Arlberpaß, wo wir Rast machten und uns „Wohlfühlringe“ kauften, Brennerpaß in das  schöne  Sterzing, das die nördlichste Stadt Südtirols ist und bummelten durch die Altstadt mit den vielen Geschäften. Von dort ging es nach Mezzocorona und dann durch das Nontal nach Dimaro.

Hier war das Hotel Alp Holiday Dolomiti unser Ziel. Es stimmte  einfach alles, die gute Küche, das freundliche junge Personal, die Wellnessabteilung, für die wir jedoch nicht viel Zeit hatten, die Leitung, die Unterkünfte…………und und und. Wir saßen abends noch in der Bar und ließen den Tag ausklingen.

2. Tag

Heute stand ein Ausflug in die Welt des Naturparks Adamello Brenta mit Olga, die uns mit umfangreichen Informationen versorgte – auch dass es hier noch ungefähr 40 Braunbären gibt, auf  dem Programm.  Dieser begann mit einer Überraschung. Wir fuhren hinauf auf die herrlich gelegene Alm Malga Ritorto ( 1750m ), wo wir die Brentagruppe in ihrer vollen Schönheit vor Augen hatten. Auf der Alm war ein Tierleben wie im Bilderbuch -  schwarze Kühe, Esel, Ziegen , junge Hunde, Enten. Wir fühlten uns hier oben wie im Paradies und wären gerne noch länger geblieben . Wir machten einen Rundgang durch Madonna di Campiglio,  dem hübschen und jetzt ruhigen Wintersportort. Durch das Rendenatal erreichten wir bald die mächtigen Nardiswasserfälle.  Nach so viel Natur war Mittagessen in einer hübschen Dorfkneipe mit Spezialitäten aus dem Trentino angesagt. Es gab u.a. „strangolapreti“ (Priesterwürger) -Spinatklößchen, auch als Gnocchi bekannt -, mit einer Käsesauce. Frisch gestärkt erreichten wir den idyllisch gelegenen Molvenosee, der Moni und Ursel zu einem Bad einlud. Irma fungierte als  Wäschetrocknerin  ( mehr wird nicht verraten). Wir genossen die Sonne und ließen die Seele baumeln. Durch das Nontal, das durch den Äpfelanbau bekannt ist ( jährlich ca. 300.000 to), erreichten wir nach dem erlebnisreichen Tag Dimaro und ließen den Tag mit Cego , sonstigen Kartenspielen oder netten Gesprächen ausklingen.

3. Tag

Christina und Anna Lisa, zwei sehr nette Wanderführerinnen( Anna Lisa arbeitet übrigens  in unserem  Hotel an der Rezeption), begleiteten uns heute auf unserer Wanderung zum Malghette –See ( 1890 m ) .  Ausgangspunkt war der Campo Carlo Magno (1630 m). Der See liegt eingebettet von Wiesen und Kiefernwäldern im Naturpark Adamello-Brenta. Hier ließ es sich die Gruppe der“ Wenigerwanderer“ gut gehen. Wir genossen Graupensuppe, machten einen Spaziergang um den See und sangen in der kleinen Bergkapelle Marienlieder. Ein Wanderer aus Bayern fragte uns, ob wir ein Gesangverein oder Kirchenchor seien und meinte: „Guet habt’s gsunge“.  Derweil stieg  die sportlichen Wanderer zu den 3-Seen auf (2283 m) und schwärmte uns von dem tollen Blick auf die Berge vor. Beim steilen Abstieg auf den Felsstufen regnete es. Wir fuhren zurück in unser Hotel und genossen die Wellnessabteilung mit den verschiedenen Saunen und den Pools mit den Massagedüsen. Nach dem Abendessen veranstalteten wir mit unserem vereinseigenen Liederbuch einen Gesangsabend, der allen Riesenspaß bereitete. Jeder durfte sich ein Lied wünschen.

4. Tag

Unsere heutige Tour führte uns wieder mit Christina und Anna Lisa ins Seitental Val di Rabbi im Nationalpark Stilfser Joch. Von Fonti di Rabbi (1240m),  das durch seine Heilquellen bekannt ist,  hatten wir einen steilen Anstieg bis zur großen Hängebrücke über den Ragaiolo.  Es war gewaltig,  tief unten rauschte das Wasser. Auf der Alm Malga Fratte bassa (1482m) war eine kurze Rast mit“ Lecken der Kühe“ angesagt. Vom Infozentrum Coler stiegen wir wiederum kurz und kräftig an zur Malga Stablosolo (1539 m). Die Wenigerwanderer liessen sich hier nieder und genossen den Almkäse,  strangolopreti, Graupensuppe. Die sportlichen Wanderer gingen weiter zu den Saent-Wasserfällen ( 1750m)  und schwärmten uns wieder von der herrlichen Aussicht vor. Der Abstieg über den Serpentinenfahrweg war bald bewältigt . Bevor wir wieder zurück ins Hotel fuhren, sangen wir für unsere Wanderführerinnen und für Agnes, die Geburtstag hatte, „ Liebe kleine Schwarzwaldmarie“. Christina und Anna Lisa waren ganz gerührt, sie hatten Tränen in den Augen. Am Abend war in Folgarida ein Konzert mit zwei der besten Bergsteigerchöre aus dem Trentino. Einige hatten extra Dirndl mitgenommen, um die Chöre auch stilecht genießen zu können. In der Hotelbar ließen wir den schönen Abend ausklingen.

5. Tag

Heute begleiteten uns Antonella, die Ehefrau des Hotelchefs und Anna Lisa, zu unserer letzten Wanderung im Val di Sole. Von Ossana aus fuhren die Wenigerwanderer mit dem Minibus des Hotels zur Refugio Val Piana (1221m) und wanderten  mit den sporlichen Wanderern aufwärts zur Malga Valpian. Dort sangen wir für Antonella und Anna Lisa nochmals die Schwarzwaldmarie und ganz spontan ertönte von Elsa und Herbert das Salve Regina, das sie  später noch in einer Kirche erklingen lassen wollten, was aber nicht mehr reichte. Unsere Wanderführerinnen waren ganz angetan. Die sportlichen Wanderer legten zu und gingen über die Malga Bassa (1251 m) zur Malga Alta (1546m). Die Wenigerwanderer liessen es sich  am Lago del Caprioli  (1310 m) gutgehen und genossen die Spezialitäten des Trentino. Warum die sportlichen Wanderer lange nicht zurück kamen, bleibt ein Geheimnis. Wahrscheinlich lag es an der schönen Sennerin auf der Alm. Sie kamen mit einer Menge Käse zurück.
 
Abends gab es im Hotel ein 5-Gänge-Candle-Light-Dinner mit den besten regionalen Spezialitäten, Livemusik und einer Weinprobe. Wir haben nochmals unsere Dirndl angezogen ( auf Wunsch von Antonella und Anna Lisa) und sangen für die Küchenmannschaft und das Servicepersonal, die sich riesig freuten. Für Anna Lisa, die schon wieder an der Rezeption stand, sangen wir die Schwarzwaldmarie. Das Lied hatte sie schon am Nachmittag bestellt.
Ja, wir hätten auch auf Konzertreise gehen können. Wir saßen noch in der gemütlichen Stube und ließen den Tag ausklingen.

6. Tag

Es hieß Abschied nehmen vom Val di Sole. Über den Mendelpaß fuhren wir nach Meran, durch den Vinschgau, das Val Müstair, den Ofen- und Fluelapass und Davos zurück in den Schwarzwald.

Ja, das waren unsere schönen Tage im Trentino. Wir waren beeindruckt von den schroffen Felsen der Brenta-Dolomiten, den stillen Bergseen, den von der Sonne verwöhnten Almen, die alle in einem sehr guten Zustand sind und von jungen Leuten mit Spezialitäten  bewirtschaftet  werden, der Herzlichkeit unserer Wanderführerinnen – Antonella bezeichnete uns als sehr schöne Leute ( meinte: nette), die  sehr gut wanderten ( die sportlichen) , dem freundlichen jungen Personal im Hotel und vor allem auch von unserem Fahrer Lothar, der uns souverän chauffierte und immer geduldig wartete , bis wir wieder zurück kehrten. Ganz besonders war auch die tolle Gruppe, die mit Gesang und Fröhlichkeit zu dem guten Gelingen beitrug. Es war angenehm, dass wir die Wandergruppen nach Leistungsstärke bilden konnten. Für jeden war  etwas dabei. Hoffentlich überrollt uns der Alltag nicht zu sehr, so dass wir noch lange vom Trentino zehren können.

Rita Bölletrent


Schlösser, Burgen und Reben

50 km auf dem Ortenauer Weinpfad vom 01. bis 03. Mai 2016
Dia-Show

In diesem Jahr hatten wir uns entschlossen, auf dem Ortenauer Weinpfad von Gernsbach nach Kappelrodeck zu wandern. Wir –das waren Herbert und ich, Gerlinde Daubner , Else Fehrenbach,  Agnes Gärtner, Lothar Hall, Luzia Heiler, Bernd Holl, Walter Köpfler, Erich Maier, Renate Meder, Monika Rouxel, Hanspeter Schropp, Helene Stefan, Rosi Stuber und Christel Wehrle. Am Sonntagmorgen fuhren wir nach Gernsbach im Murgtal und machten erst einen Rundgang durch das hübsche Fachwerkstädtchen mit seinem 400 Jahre alten Rathaus –einem Prachtbau-, das einst der Murgschiffer Johann Jakob Kast erbauen ließ. Die Schokoladenseite Gernsbachs mit der gut erhaltenen Stadtmauer und den mächtigen Zehntscheuern ließen wir uns nicht entgehen, bevor wir an der Hofstätte über den Alten Amtshof zum Ehrenmal der Gefallenen beider Weltkriege aufstiegen. Hier hatten wir nochmal einen herrlichen Blick über die Stadt und die Murg. Bald erreichten wir nach stetigem Aufstieg  Schloss Eberstein – immer mit einer herrlichen Aussicht auf die Murg. Um den Stammsitz der Grafen von Eberstein (erbaut im 13. Jhdt.) drehen sich viele Geschichten. Es ging im 17. Jhdt. an den Markgrafen von Baden und wurde 2000 verkauft. Heute ist es ein Gourmet- Restaurant mit Hotel,  wir zogen es vor, aus dem Rucksack zu vespern. Man hat  einen tollen Ausblick nach Obertsrot im Murgtal. Hier ist der nördlichste Punkt des Ortenauer Weinpfades, 2002 wurde der Weinberg des Weingutes Schloss Eberstein wieder belebt, nachdem bereits im 14. Jahrhundert dort Wein angebaut wurde. Wir verließen das Murgtal und stiegen nochmals kräftig auf zur Saulachkopfhütte. Beim Gasthaus Nachtigall kamen wir an die Grenze nach Baden-Baden. Durch ein schönes Waldgebiet mit einem Mammutbaum-Revier erreichten wir das Wildgehege und den kleinen romantischen Weiler Eckhöfe. Bei der dortigen Kapelle trat der Marienchor auf sang zu Ehren des Tages ein Marienlied. Ein Stück weiter erreichten wir die Marienkapelle, wo eigentlich eine Maiandacht stattfinden sollte, aber abgesagt worden war. Wir trösteten uns mit einem weiteren Lied. Von hier hatten wir eine grandiose Rundsicht  auf Baden-Baden, den Fremersberg und den Merkur, den Hausberg Baden-Badens. Zwischenzeitlich hatte der Himmel aufgerissen. Nach einem steilen kurzen Abstieg tauchten wir in die Kurstadt ein und nahmen den Bus, der uns nach Geroldsau – unserem Übernachtungsziel brachte. Im Auerhahn erwartete uns köstliches Essen, nettes Personal und ein Abend mit Gesang – dank des Liederbüchleins von Agnes und Herbert, das Premiere hatte. Herr Schindler-der Gastwirt- mailte mir auf mein Feedback, „dass unsere Gesangskünste vortrefflich waren“. Na also!

Am Montagmorgen erwartete uns strahlender Sonnenschein und Wärme. Wir fuhren nach Baden–Baden, genossen noch etwas Kurstadtflair. Vorbei am Casino, der Trinkhalle mit der eindrucksvollen Architektur mit Wandbildern mit Sagen und Mythen der Region errichten wir die russisch – orthodoxe Stourzda-Kapelle, wo gerade ein Ostermontagsgottesdienst abgehalten wurde. Wir lauschten kurz den Gesängen, bevor wir auf gut begehbaren Waldwegen an Waldseen vorbei zur Entenstallhütte gelangten. Unser Blick fiel auf die hochgelegene Yburg,  die uns nun ein weites Stück auf unserem Weg begleitete. Sie ist das Wahrzeichen des Baden-Badeners Reblandes und von Steinbach, Neuweier und Varnhalt, wurde wahrscheinlich um 1200 erbaut und hat eine wechselvoll Geschichte – unter anderem gehörte sie eine Zeitlang der Markgrafschaft von Baden und wird heute von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten in Baden-Württemberg betreut. Bald hatten wir den Waldparkplatz Nellele erreicht, wo wir uns eine Vesperpause genehmigten und die Seele baumeln liessen. Hier öffnete sich die Rebenlandschaft, an der hübsch gelegenen Josefskapelle hatten wir eine herrliche Aussicht ins Rebenland.

Durch Weinberge wanderten wir nach Varnhalt und erreichten Neuweier. Über die Fatima-Kapelle oberhalb von Eisental und Affental kamen wir zur Gedenkstätte La Salette, wo eine hübsche Anlage an die Marienerscheinung im französischen Alpendorf (1846) erinnert. In Bühlertal legten wir auf dem Kirchplatz eine kleine Rast ein, tranken etwas, schlotzten ein Eis und bereiteten uns auf den letzten Anstieg vor. Auf steilen Wegabschnitten ging's hinauf zum Klotzberg und zur Kappelwindecker Fatima-Kapelle. Hier sangen wir noch ein Marienlied und von da an ging´s gewaltig aufwärts. Am Jakobspilger-Denkmal genossen wir die Schöne Aussicht über die Rheinebene. Mit weiteren Steigungen ging es auf bequemen Waldwegen in Richtung Burg Windeck. Endlich geschafft! In der im 12. Jhdt. erbauten Burg ist heute ebenfalls ein Gourmet-Restaurant. Weshalb der Pferdestall, wo wir uns eine Erfrischung erhofft hatten, nicht geöffnet war, blieb uns ein Rätsel. Wahrscheinlich war der gestrige 01. Mai voller Trubel. Also brachen wir zum letzten Abstieg auf. Nach einer halbe Stunde hatten wir Neusatz, unser Tagesziel, erreicht. Die Wanderung ist mit 23 km ausgeschrieben, doch unsere Geräte zeigten zwischen 25 und 27 km an. In der Linde bezogen wir Quartier und trafen uns im Rebstock zum Nachtessen (wegen Ruhetag in der Linde). In der hübschen Dorfgaststätte wurden wir von der Familie Hünner und Bedienung Nicole mit Superessen verwöhnt. Wir genossen hier den guten Ortenauwein und sangen als Dankeschön aus unserem Liederbuch, hier haben auch gleich Stammtischgäste mitgemacht. Auf mein Feedback hin hat Herr Hünner gemailt: " Auch uns hat es gefallen. Wo gesungen wird, ist`s niemals falsch." Müde sanken wir in die Betten, manche etwas später!

Am Dienstagmorgen sah es eigentlich ganz ordentlich aus. Wir wanderten nach einem reichhaltigen Frühstück  kurz bergauf und wurden von Marianne, die wir am Abend zuvor im Rebstock kennen gelernt  hatten, mit einem Schnaps erwartet. Das war vielleicht eine Überraschung, wir sangen ein Lied und unser Weg führte uns in den hübschen  Weinort Lauf mit der Burg Neuwindeck, von wo aus wir wieder einen herrliche Blick in die Rheinebene hatten. Hier zog sich der Himmel zu. Wir gingen durch Streuobstwiesen und Reben, erreichten das  Bildstöckle “Alde Gott“. Um diesen reimt sich eine Legende, wonach ein Mann nach dem 30-jährigen Krieg nur noch zerstörte Dörfer vorgefunden haben soll. Hier oben soll er eine Frau getroffen  und gerufen haben: “De alde Gott lebt noch“. Die beiden sollen geheiratet haben und im Tal sesshaft geworden sein. Zwischenzeitlich hatte es zu regnen angefangen und wir erreichten die Bäckerei Becke-Klaus  in Sasbachwalden, wo wir unseren Mitwanderern  die beste Schwarzwälder Kirschtorte versprochen hatten, die wir je gegessen haben. Sie sollten nicht enttäuscht werden, groß wurden die Augen schon beim Ansehen. Auch der Bienenstich, der 45 cm Durchmesser hatte, war ein echter Renner. Der Regen wurde stärker, der Nebel legte sich vom Berg herunter und so entschlossen wir uns, die Tour abzubrechen. Der Kommentar der Gruppe lautete:“ Hier fangen wir nächstes Jahr wieder an „. Mit dem Bus fuhren wir nach Achern, hatten gleich Anschluss auf einen Zug und machten in Donaueschingen im Braustüble noch einen Abschluss – nicht, ohne die sanierte Donauquelle besichtigt zu haben.

Die drei Tag waren für alle ein Erlebnis, zum einen, weil die Tour sehr abwechslungsreich war (Murgtal, Schlösser, Burgen, Reben, hübsche Weindörfer, schöne Waldpassagen) zum anderen, weil Kameradschaft und Fröhlichkeit nie zu kurz kamen. Wir haben uns zu einer guten Gesangstruppe gemausert und dadurch unterwegs manches  Herz gewonnen. Wir hoffen, dass wir die Tour im kommenden Jahr fortsetzen können.    

Rita Bölle
Wanderwartin

Moselle  - unsere Reise zu Burgen, Römern, Wein

Vom 13. bis 18.September 2015

Unsere diesjährige Reise sollte uns an die Mosel führen – eine Gegend, die viele von uns nicht kannten. Voller Erwartungen fuhren wir los – und hofften, mit dem Wetter wieder einmal Glück zu haben. Dem war aber leider nicht so, wir haben die Mosel bei allen Wetterlagen erlebt.

 Wir fuhren durch den Pfälzer Wald und machten in Idar-Oberstein eine Pause. Dort besichtigten wir die Edelsteinmine Kaulenberg . Mit gelben Schutzhelmen ausgerüstet tauchten wir ein in eine Welt voller Glanz und Kostbarkeiten -  Jaspis, Bergkristall, Amethyst, Achat und Rauchquarz. Man konnte erahnen, unter welchen Bedingungen die Bevölkerung hier arbeiten musste, um zu überleben. Heute werden um Idar-Oberstein Edelsteine aus der ganzen Welt bearbeitet – auch Angela Merkel trägt Perlenketten von dort. Das war für uns natürlich ein Grund, wenigstens einen kleinen Edelstein mitzunehmen. Umso mehr freute ich mich über die wunderschöne Kette, die mir Christel als Geschenk der Gruppe am Ende der Reise überreichte. Irgendwie muss sie Mäuschen gespielt haben und meine geheimen Wünsche erraten haben.

Unser Ziel war der Deutschherrenhof in Rachtig – ein Quartier mit großer Geschichte, das sehr gut geführt wird – es stimmte einfach alles, die Zimmer, das Essen, die Freundlichkeit des Personals. Nach dem vorzüglichen Nachtessen gab es eine Überraschung- Agnes und Herbert stellten das für den Verein gestaltete Liederbüchlein vor und es gab ein längeres Probesingen,  das allen Spaß machte.


2. Tag
Unser Wein- und Kulturbotschafter Herr Kuhn, der uns vier Tage begleitete, führte   uns in die Luxemburgische Schweiz. Bei  Berdorf begann unsere Wanderung durch das Müllerthal – atemberaubend, was sich da fast zwei Stunden an  Felsformationen aus Sandstein bot, die durch die Flüsse Sauer und Schwarze Ernz freigelegt wurden. Die ganz mutigen durften mit Taschenlampe in die Räuberhöhle – teilweise auf allen Vieren. Am Grundhof  erwarteten uns die Nichtwanderer, die sich in dem nahe gelegenen Dörfchen bei Kaffee und Gesprächen vergnügt hatten. Wir besichtigten  Echternach, die älteste Stadt Luxemburgs und Hauptort der touristisch attraktiven Luxemb. Schweiz, die am Flüsschen Sauer liegt. In der Basilika St. Willibrord sangen wir ein Marienlied. Nun stand die Besichtigung der Stadt Trier an, welche den Titel als älteste Stadt Deutschlands beansprucht und bereits von den Römern als Stadt anerkannt wurde. Man fühlt sich teilweise um 2000 Jahr zurückversetzt mit der Basilika St. Matthias (Ursprung des Christentums in Deutschland), dem Amphitheater, den Kaiserthermen, dem Kurfürstlichen Palais, dem Dom, der Liebfrauenkirche, der Konstantin–Basilika, dem Rheinischen Landesmuseum, dem Hauptmarkt, dem Dreikönigshaus und schließlich der Porta Nigra.  Im Dom erklang während unseres Besuches ein wunderschönes Orgelspiel. Die römischen Bauten sind alle unter Unesco-Weltkulturerbe. Nach so viel Kunst und Kultur war wiederum etwas für das leibliche Wohl angesagt- ein köstliches Abendessen erwartete uns. Mit Cego-Spiel und netten Gesprächen klang der schöne Tag aus.

3. Tag
Wir fuhren zur Burg Eltz, der über 850 Jahre alten Burg, die auf einem steilen Felskopf inmitten eines engen Seitentals der Mosel steht. Die Besichtigung ist eine Zeitreise durch acht Jahrhunderte voller Geschichte. Einzigartig ist das Innere der Burg: Wohn- und Schlafräume, Waffenhalle, Rittersaal, Jagdzimmer und Küche- die historische Einrichtung ist ebenso hervorragend erhalten wie vollständig. Die Burg gehört zu den wenigen niemals zerstörten Burgen in Europa und zierte eine Zeitlang den 500 DM Schein. Durch das romantische Elztal wanderten wir nach Moselkern, wo uns der Bus erwartete und nach Cochem brachte. Hier starteten wir bei Sonnenschein zu einer Bootsfahrt vorbei an der Reichsburg Cochem und an einer Schleuse nach Beilstein, einem kleinen, wunderschönen Fachwerkstädtchen mit einem gemütlichen Marktplatz und einer Klosterkirche der Karmeliter ( schwarze Madonna). Wer noch nicht genug hatte, erstieg die Burgruine Metternich, von wo aus sich eine schöne Aussicht über die Mosel und die steilen Rebhänge bot. Auf der Rückfahrt genossen wir einen grandiosen Blick auf eine der Moselschleifen bei Kröv.

4. Tag
Unsere Fahrt nach Bernkastel-Kues war von Regen begleitet. Nach der Besichtigung der malerischen  Fachwerkstadt Bernkastel, die mit ihrem Marktplatz mit Renaissance Rathaus, Michaelsbrunnen, Spitzhäuschen voller Geschichte, Geschichten  und Kultur steckt, gab es noch etwas Freizeit, in der man die schönen Läden durchstöbern oder einen Kaffee genießen konnte. Wir begannen unsere Wanderung und schon bald hörte der Regen auf. Von der Burg Landshut tat sich wiederum ein gewaltiger Blick auf das Moseltal auf. Durch Weinberge und Laubwald wanderten wir auf dem Moselsteig – immer wieder mit herrlichen Blicken über das Moseltal - bis Mülheim, wo uns die Wanderer, die auf dem Radweg das Ziel erreicht hatten,  erwarteten.  Zwischenzeitlich zeigte sich der Himmel von seiner blauen Seite  und Herr Kuhn zeigte uns auf der Panoramastrasse die Schönheiten des Moseltals bei Piesport, Ferres und Neumagen.  Bei Brauneberg besichtigten wir inmitten von Weinbergen eine römische Kelteranlage, wo uns Agnes mit einem Sektumtrunk zu  ihrem Geburtstag überraschte. Dafür gab es ein Ständchen und einen Schutzengel.

 

5. Tag
Wir fuhren nach Neumagen, machten dort einen Rundgang  und bestaunten  die römischen Ausgrabungen. Das römische Weinschiff liegt nachgebaut an der Mosel.  Auf dem Moselsteig wanderten wir bis Zummet, wo uns der Bus erwartete und nach Rachtig zurückbrachte. Nun kam der Höhepunkt des Tages  - eine Weinprobe im Winzerbetrieb Stefan Becker. Was uns hier über 3 Stunden geboten wurde, kann man nicht beschreiben, man muss es einfach erlebt haben. Becker Senior und Junior ergänzten sich prächtig, der eine Poet und der andere Liedermacher am Klavier. Als Mitglied im Wein-prüfungsausschuss konnte der Senior wertvolle Ausführungen zum Thema Wein machen. Nicht zu vergessen das gute Winzervesper von Frau Becker. Als Krönung trat unser Wein- und Kulturbotschafter Herr Kuhn als Römer und Winzer auf. Gerne wären wir noch länger im Weingut geblieben, aber einmal muss geschieden sein. Mit Gesang nach dem Nachtessen ließen wir den schönen Tag ausklingen.


6. Tag
Bei fast schönem Wetter nahmen wir Abschied vom Moseltal und fuhren durch den Hunsrück nach Speyer, wo wir eine Stadtführung hatten. Im Mittelalter war Speyer eine bedeutende Stadt des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Der Kaiser- und Mariendom aus dem 11. Jhd. ist die weltweit größte noch erhaltene romanische Kirche und Unesco - Weltkulturerbe. Nach so viel Geschichte und Kultur hatten wir noch Zeit, am Rhein zu bummeln und uns einen Kaffee oder Sonstiges schmecken zu lassen.
Die Tage an der Mosel waren trotz des nicht idealen Wetters für die 30 Teilnehmer geprägt von Geselligkeit und  vielen Eindrücken, die wir auch dem großen Wissen von Herr Kuhn verdanken  (wenn er uns mit seinen Ausführungen zur Geologie, zur Geschichte, zur Kultur u.a.  sowie seinem Zeitmanagement auch manchmal etwas nervte).  Aber nach der Weinprobe, die er für uns ausgesucht hatte, und wo er seine Talente als Römer, Winzer und fast als Nachtwächter unter Beweis gestellt hatte,  ist er uns ans Herz gewachsen. Dass alles so reibungslos verlief, ist auch unserem Fahrer Jochen Keller zu verdanken, der mit uns an die Mosel fuhr, uns all die Tage an unsere Ziele brachte und geduldig wartete, bis er uns wieder abholen durfte.

Rita Bölle, Wanderführerin


3-Tages – Tour vom 03.-05. Mai 201
von Beuron an den Bodensee
Dia-Show pfeil

In diesem Jahr hatten wir uns entschlossen, die Tour, die der Schwarzwaldverein und der Schwäbische Albverein im vergangenen Jahr im Rahmen der Europawoche unternommen hatten, zu machen. Wir hatten wieder einmal – wie fast das ganze vergangene Jahr – unheimlich Glück mit dem Wetter. Nach einer Wettervorhersage, die fast nur Dauerregen prophezeite, fuhren wir am Sonntagmorgen nach Beuron. Wir – das waren Herbert und ich, Gerlinde Daubner, Agnes Gärtner, Lothar Hall, Lucia Heiler, Bernd und Christa Holl, Erich Maier, Marianne Hug, Renate Meder, Monika Rouxel, Petra Schmiedecke, Hans Peter Schropp, Helene Stefan, Rosi Stuber, Christel Wehrle und Sonja und Helmut Winterhalder.

In Beuron war der Himmel zwar noch verhangen – aber es regnete nicht. An der  bedeutenden Benediktiner – Erzabtei (um 1150 gegründet) wanderten wir durch das Liebfrauental zur Lourdesgrotte, wo wir eine Kerze anzündeten in der Hoffnung , dass sich das Wetter hielte – und es hat sich auch gehalten. Wir erreichten Schloss Bronnen, eine Burganlage, die um dieselbe Zeit wie das Kloster von einem Freiadelsgeschlecht aus der Fridinger Gegend errichtet, im Nationalsozialismus enteignet und von den Franzosen beschlagnahmt wurde. Heute befindet es sich wie seit ca. 1400 wieder im Besitz der Herren von Enzberg. An der Jägerhaushöhle ( hier wurden zahlreiche Knochenwerkzeuge und Jagdwaffen aus der Mittelsteinzeit 8000-5000 v. Chr. gefunden), welche die Besiedlung des Oberen Donautals in dieser Zeit belegen ), stiegen wir hinunter zur Bronner Mühle, welche 1960 durch eine Erdrutsch verschüttet wurde und die Müllersfamilie mit ihrem kleinen Sohn in den Tod riss. Ein Gedenkstein und der erhaltene Mühlstein erinnern an dieses schreckliche Geschehen. Bernd, der aus Tuttlingen stammt, erzählte als Zeitzeuge von der unglaublichen Hilfsbereitschaft der Bevölkerung. Über den Grillplatz Teufelsküche gelangten wir nach einem kurzen Aufstieg zum ehemaligen Kallenberger Hof und zur Ruine Kallenberg, die hoch über der Donau liegt. Von hier hat man eine prächtige Aussicht über das Donautal. Sie wurde um 1200 errichtet, hatte zahlreiche Pfandbesitzer, zerfiel seit 1800 stetig und gehört jetzt dem Landkreis Tuttlingen. Der gewaltige Burgfried besteht aus sorgfältig behauenen Buckelquadern.  Bald gelangten wir zur Vesperstube Ziegelhütte, wo wir uns Kaffee, Kuchen und Vesper schmecken ließen, während draußen ein Regenschauer nieder ging. Gestärkt machten wir uns auf den Anstieg auf den Bergsteig, einem Pass zwischen dem Donautal in Fridingen und dem Kessel nach Neuhausen ob Eck, der aus zwei Gaststätten und einem Wohnhaus besteht. An schönen Wiesen und Hecken vorbei gelangten wir zum Freilichtmuseum nach Neuhausen ob Eck, wo  Frau Sölle vom  Gasthaus Sonne in Liptingen ihre Verwandtschaft zusammengetrommelt hatte, um uns abzuholen. Der Tag klang mit Sonnenschein aus.  In der Sonne ließen sich einige Wanderer gleich am Stammtisch nieder, wo sie mit den Einheimischen sofort ins Gespräch kamen. Das Nachtessen schmeckte köstlich (der nette Service fiel hier auf) und mit einigen Liedern ließen wir den schönen Tag ausklingen.

Nach einem köstlichen Frühstück verabschiedeten wir uns und gingen auf Umwegen wieder auf unseren Wanderweg über Ederstetten, den Schindelwald, vorbei an Gallmannsweil zum weithin bekannten Hottenlocherhof, der heute als Demeterhof betrieben wird. Auf diesem Wegstück beeindruckte die reizvolle Natur mit unzählig blühenden Apfelbäumen. Frau Zulik gab uns einen Überblick über die Größe des Hofes, die Viehhaltung, die Energiegewinnung, die Produkte sowie deren Vermarktung. Alle waren beeindruckt von den Ausführungen und von den Eindrücken, es waren glückliche Hühner, Kühe, Schafe, Enten zu sehen. In der Besenwirtschaft genossen  wir  den  für uns vorbereiteten Käseteller aus selbst hergestelltem Käse.  Das köstliche Brot stammt aus den Ausbildungswerkstätten des Pestalozzi Kinderdorfes. Helmut hatte draußen unbemerkt einen wohlschmeckenden Kirschschnaps eingeschenkt – er hatte Geburtstag, was von uns keiner wusste. Die Überraschung war gelungen – wir sangen ein Geburtstagsständchen und gingen beschwingt weiter. Über eine kleine Schlucht gelangten wir nach Zizenhausen mit seinem Schloss, das heute die Ortsverwaltung beherbergt und wo sich eine kleine Sammlung der Terrakotten der Familie Sohn, die in Zizenhausen lebte (Blütezeit 1820-ca.1920), befindet. Frau Reichhart öffnete uns das Rathaus und wir konnten die kleine aber feine Ausstellung besichtigen. Die Figurengruppen wie der erkenntliche Benediktiner sind teilweise mit Inschriften am Sockel „Ein Pris Tabak und ein wenig Geld im Sack, macht guten Humor nicht wahr Herr Pfarr“ beschriftet. Bestimmte Tonfiguren gelten in Sammlerkreisen als begehrte Raritäten.  Im Stadtmuseum Stockach ist eine große Ausstellung zu sehen. Nach so viel Kunst kam der letzte Höhepunkt des Tages – die Heidenhöhlen. Nach einem kurzen kräftigen Aufstieg standen wir am Fuße einer senkrechten Felswand aus Molasse. Die älteste Erwähnung der Höhlen stammt aus einem Gedicht von 1786. Die meisten Hohlräume und auch die Felsnischen sind künstlich angelegt oder von Menschenhand überarbeitet. Johann Nepomuk Raiser vermutete 1794, der Name gehe zurück auf eine Räuber- oder Zigeunerbande,  welche in Schwaben auch Heiden genannt werden ( zit. Nach Fredy Meyer: Auf Schritt und Tritt , Hegau-Bibliothek124, Konstanz 2004). Die herrliche Kulisse reizte zu Gruppenfotos. Man hat hier einen tollen Ausblick auf die Hegauberge. Über die Bleiche gelangen wir nach Stockack in den Badischen Hof, wo einige wieder am Stammtisch hängen blieben, um mit den Einheimischen ein Schwätzchen zu halten, ein Lied zu singen  oder am Nebentisch den Cegospielern (u.a. dem Pfarrer) zu  zuschauen.

Auch hier war das Nachtessen wieder sehr gut und die Wirtschaft- wie in Liptingen-bis auf den letzten Platz besetzt. Der Bodenseewein schmeckte vorzüglich, wir sangen noch ein paar Lieder und  ließen uns in die Betten sinken – manche nahmen in einer Kneipe noch einen Absacker.

Das Frühstück, während dessen uns der Wirt, Herr Schmeißer, über das Stockacher Narrengericht erzählte, war wieder köstlich. Im Badischen Hof verkehren die „Verurteilten“ wie Ministerpräsident Kretschmann, Finanzminister Schäuble, Außenminister Steinmeier u.a nach den Sitzungen. Herr Schmeißer ist Mitglied bei der Narrengilde, beim Gesangverein u.a. Er berichtete von dem Hofnarren des österreichischen Herzogs Leopold, Kuony von Stocken (einen Brunnen mit seiner Figur konnten wir beim Weitermarsch beim Alten Forstamt sehen),  der vor der Schlacht am Morgaten 1315 seinem Herrn den Rat gab, nicht so sehr darüber nachzudenken, wie man in das Land Schwyz hineinkommt, sondern besser, wie man wieder herauskommt. Nach der Niederlage erhielt Kuony das Privileg, dass die Stockacher über sich selbst richten dürfen. Daraus hat sich die Stockacher Fasnacht entwickelt. So, das wussten wir jetzt auch, und wir verabschiedeten uns und machten noch einen kleinen Rundgang durch die historische Altstadt. Unser Ziel war die Ruine Nellenburg etwa 150m über der Stadt gelegen, von der nur nach ganz wenige Reste erhalten sind. Sie ist jedoch mit der Geschichte Stockachs verbunden, bis Mitte des 15. Jhd. war sie Hauptort der Langrafschaft Nellenburg. Die darunter liegende junge Nellenburg ist ein ehemaliges Gutswohnhaus, das heute im Besitz der Langensteiner  Grafen Douglas ist. Hier konnten wir die Alpen sehen. Über das Detzelbachtal (Schlucht, die von einigen Mitwanderern „Bärlauchschlucht „ genannt wurde) erreichten wir die St. Martinskapelle in Nenzingen.

Hier erwartete uns der Ehemann der Mesnerin uns schloss uns das Kleinod auf, nachdem wir gottesfürchtig unsere verdreckten Wanderschuhe ausgezogen hatten. Die Kapelle wird erstmals 1275 urkundlich erwähnt, sie geht auf eine Stiftung der Herren von Homburg (die wir später noch besichtigten) zurück. Die heutige Gestalt geht auf einen Neubau 1716 durch einen Baumeister aus dem Bregenzerwald zurück, der das Türmchen, das gar nicht so recht zur Kapelle passen will, mit einer Zwiebelhaube versehen hat. Der Innenraum ist schlicht gehalten, 1740 entstanden die Seitenaltäre, die vom Mimmenhausener Bildhauer Josef Anton Feuchtmayer geschaffen wurden – ähnlich denen von Birnau. Die  wertvollen Feuchtmayer Putten-Köpfe sind bei den Altären sichtbar. Die Glocke wurde 1216 auf der Reichenau gegossen und ist damit eine der ältesten Glocken Deutschlands. Wir sangen hier  das Marienlied „Segne du Maria“ und zum Schluss durften wir das Glockengeläut mit dem „Engel des Herrn“ hören. Über Nenzingen wanderten wir zum Hexenbrünnele, wo wir auf dem schönen Waldrastplatz ein Picknick hielten. Wir ließen die Seele baumeln und gingen weiter nach Wahlwies, wo 1960 das Pestalozzi Kinderdorf gegründet wurde. Hier hatten wir den ersten Blick zum Überlinger See. Es folgte nochmals ein kurzer heftiger Aufstieg (ca. 180 m) und wir standen auf einer Hochebene mit einer Traumbilderbuchlandschaft mit Apfelbäumen, Wiesen und Blick auf die Hegauberge sowie die Homburg, unserem nächsten Ziel. Ihre Geschichte geht ebenfalls auf das 11.  Jhd. zurück. Die Herren von Homburg, ehemalige Ministerialen des Bischofs von Konstanz, ließen sie auf den eiszeitlichen Schotterresten hoch über Stahringen errichten. Nach zahlreichen Besitzerwechseln wurde sie schließlich dem Großherzogtum Baden zugesprochen und in den Badischen Seekreis eingegliedert. Die Burg war zwar günstig gelegen, aber aufgrund des flachen westlichen Anstiegs war sie auch leicht einzunehmen. Grandios ist der Blick über den Bodensee, den Hegau, die Alpen. Darunter befinden sich die ehemaligen Gutshöfe, wir hatten Gelegenheit, uns mit einem Besitzer zu unterhalten. Über den Sportplatz und den Brandbühl errichten wir schließlich Radolfzell, wo wir uns am See mit Eis, Kaffee und Kuchen oder einem Bier verwöhnen ließen. Nach dem warmen erlebnisreichen Tag kam hier leider Regen auf, der uns jedoch nicht mehr verdrießen konnte. Ein Bus der Firma Villing aus Tuttlingen brachte uns zurück in den Hochschwarzwald, wir hatten ihn am Tag vorher bestellt, da die Bahn wieder einmal streikte. Im Gasthaus Linde machten wir noch  Abschluss, bevor jeder wieder in den gewohnten Alltag zurückkehrte.

Die drei Tage verliefen trotz der großen Gruppe von 19 Personen und 60 gewanderten Kilometern harmonisch, die Geselligkeit  kam trotz der vielen Besichtigungen nie zu kurz. Die Quartiere waren sehr gut, sei es vom Essen her oder der Freundlichkeit der Besitzer und des Personals. Auffallend war, dass in beiden Lokalen ein reger Stammtisch war, der uns schnell aufnahm und uns fragte, woher wir kommen und was wir vorhaben. Ganz besonders haben es mir die zwei 89- und 90-jährigen Stammtischler in Stockach angetan.

Begeistert waren alle Teilnehmer von der Schönheit und Kultur des Donautals und  des Bodenseehinterlandes mit  Kloster Beuron, den Burgruinen, Zizenhausen, den Heidenhöhlen, der Martinskapelle, der historischen Stadt Stockach, von den Gesprächen mit Einheimischen und letztendlich dem Bodensee. Die Wandertage werden sicherlich allen in guter Erinnerung bleiben.

Rita  Bölle
Wanderwartin


Wanderbericht über die Bezirkswanderung am 09. Mai 2015
Auf dem Prälatenweg von Birnau zum Kloster und Schloss Salem
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Wieder einmal hatten wir  dem Wetter unheimlich Glück . Der Wetterbericht für Samstag ließ nichts Gutes erahnen – doch wie heißt es so schön: „ Wenn Engel reisen“. Mit 45 Teilnehmern starteten wir zu unserer Wanderung und kamen bei noch verhangenem Himmel in Birnau an. Wir besichtigten die Basilika Unserer Lieben Frau, einem Priorat der Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau in Bregenz. Die Betreuung der Wallfahrtskirche Alt Birnau  hatten vor über 600 Jahren die Mönche der Zisterzienserabtei Salem übernommen, die unter der Salemer Obhut aufblühte. Die Wallfahrtskirche wurde bald zu klein und die Abtei entschloss sich aufgrund von kleinlichem Nachbarschaftsgezänk und Starrsinn der Überlinger ( aus Kunstführer 435, Schnell ) eine neue zu bauen. Baumeister und Künstler waren Peter Thumb - der Grundstein wurde 1747 gelegt, die Einweihung erfolgte 1750 – und  Joseph Anton Feuchtmayer, der begnadete Bildhauer und Stuckkünstleraus Mimmenhausen bei Salem.  Besonders zu erwähnen sind das Gnadenbild, das als schönste thronende Muttergottes in Oberschwaben gilt ( um 1430 geschaffen), das Hauptbild der Deckengemälde, das die Verherrlichung der Gottesmutter zeigt,  die Sonnen- und Monduhr, die sieben Altarbauten  und der Honigschlecker von Feuchtmayer. Nach der kurzen Einführung machten wir uns auf den Prälatenweg, der ein Wirtschaftsweg vom Kloster Salem nach Birnau war, wo die landwirtschaftlichen Produkte von Salem  verschifft wurden.  Wir erreichten bald den Affenberg und rasteten auf dem gemütlichen früheren  Hof des Markgrafen von Baden. Es fand gerade die Fütterung der Storchenkolonie statt. Es zeigte sich bereits die Sonne, die uns dann nach Salem begleitete. Hier ist das Herz des Linzgaus, einer Landschaft, die durch liebliche Wälder, Wiesen und Weiher begeistert.

In diese Landschaft ist die prächtige Anlage Schloss Salem eingebettet. Es war einst das bedeutendste Zisterzienserkloster ( 1134 gegründet), bis es im Zuge der Säkularisation Schloss der Markgrafen von Baden wurde. Seit 2009 gehört es zu den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden – Württemberg. Salem ist zudem Wohnsitz und Weingut der Markgrafen von Baden und beherbergt ein renommiertes Internat. Es ist eine Anlage von riesigen Ausmaßen, zu erwähnen sind das Klostermuseum ( Zweigmuseum des Badischen Landesmuseums), der prächtige Hofgarten, der barocke Marstall, die historische Schmiede, das Brennereimuseum, das Feuerwehrmuseum, die alte Weinpresse, wo Weinverkauf stattfindet, die Kunsthandwerker und Läden. Obwohl die Zisterzienser einfach und von ihrer Hände Arbeit lebten, zeugen die Architektur und Ausstattung von Reichtum und Kunstverständnis. Mit Herrn Ziegler hatten wir einen exzellenten Führer, der es über 90 Minuten verstand, die große Gruppe zu begeistern. Wir konnten das Prälaturgebäude mit Bibliothek, den prächtigen Kaisersaal, Privat - und  Empfangsräume des Abtes, den alten Kreuzgang, das Sommerrefektorium mit prächtigen Stuckarbeiten besichtigen. Im gotischen Münster ließ Alfred Bucherer das“ Caro mio ben“ erklingen, was dem klassizistisch ausgestatteten Innenraum mit seinem Alabasterschmuck würdig war. Von Herrn Ziegler erfuhren wir, dass die Fa. Sto  heute noch in Stühlingen Alabaster abbaut und verarbeitet.
Nach so viel geistiger Nahrung verlangte nun auch der Körper nach Sättigung. In der Weinstube „Zum alten Gefängnis“ ließen wir uns bei Gesang Flammkuchen, Speckvesper oder Wurstsalat  und natürlich den guten Müller-Thurgau des Markgrafen von Baden schmecken.
Es war ein gelungener Tag, zu dem auch die Mitwanderer durch ihre Disziplin- vor allem bei der Führung durch das Schloss Salem- beitrugen.

13.05.2015
Rita Bölle, Bezirkswanderwartin


La Provence, la provence…
Wanderfahrt in die Provence vom 19. bis 24. September 2014
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1. Tag Anreise

In diesem Jahr sollte die Provence das Ziel unserer Wanderwoche werden. Die Fa. Hummel hatte uns ein  Programm ausgearbeitet, das alle unsere Wünsche berücksichtigte. Nach dem durchwachsenen Sommer freuten wir uns alle riesig auf ein paar warme Sonnentage in Südfrankreich – und die sollten wir auch haben.  Wie sollte es auch anders sein – wir fuhren bei Regen ab, der begleitete uns fast auf der ganzen Fahrt. Erwartungsvoll kamen wir in Orange an und waren gleich in das hübsche Städtchen verliebt, besonders als wir den Triumphbogen sahen, wo unser Hotel für die nächsten 5 Nächte war. Hier begrüßten wir herzlich Edith und Andre, die in Südfrankreich wohnen und mit uns die nächsten vier Tage verbrachten. Nach dem Nachtessen setzten wir uns noch ein bisschen zum Plaudern zusammen – manche gingen auch auf Erkundigung in das Städtchen- und sanken dann doch etwas müde von der langen Fahrt in die Betten.

2. Tag: Besichtigung von Orange und Wanderung in den Alpilles

Unsere Begleitung – leider nur für diesen einen Tag – Sabine holte uns im Hotel ab. Sie machte mit uns einen Stadtrundgang durch das malerische  Orange. Der Triumphbogen, der auf einem von Platanen umrahmten Rondell steht, gilt als einer schönsten in Frankreich  und wurde von Julius Cäsar nach seinem Sieg im Jahre 49 v. Chr. errichtet.  Drei Bögen bilden die Durchgänge.

Orange

Auf einem Relieffeld sind die Gallierschlacht und die gallischen Schiffstrophäen dargestellt. Wir fühlten uns schon wie im Urlaub, als wir durch das hübsche Städtchen flanierten  und plötzlich vor dem Römischen Theater standen, das das besterhaltene und eines der schönsten der Antike ist. Es stammt aus dem 1. Jh. n. Chr. Seine Ausmaße sind gewaltig – 103 m breit und 38 m hoch. Es bietet 7000 Besuchern Platz. Während der Sommermonate finden hier Festspiele mit meist überdurchschnittlicher Besetzung statt. Von den obersten Rängen hat man einen ausgezeichneten Blick in das Zuschauerrund und über die Stadt hinweg auf den Mont Ventoux. Über der Bühne wacht Kaiser Augustus über das einst mächtige römische Reich. Wir besorgten uns in der gegenüberliegenden Boulangerie  Marschverpflegung und fuhren auf der Via Domitia (im römischen Reich Verbindung von Nimes über die Alpen, die auch heute noch eine der Hauptrouten ist)  über St. Remy-de-Provence, die römischen Ausgrabungen Glanum auf die Bergkette des urtümlich gezackten Alpilles – Gebirges. Hier begann unsere erste Wanderung. Hinunter auf das Felsendorf Les Baux-de-Provence genossen wir einen überwältigenden Blick und wurden besäuselt vom Duft von Rosmarin und Thymian. Beeindruckend wären die Wälder mit Pinien und Steineichen, die uns auch die nächsten Tag begleiten sollten. Der Ort besteht aus der Unter – und Oberstadt und war einst eine Hochburg der Hugenotten mit  über 3000 Einwohnern. Heute leben in der Touristenhochburg nur noch etwa 30 Menschen. Hier hat man einen wunderschönen Blick auf das Rhonetal und die Alpilles. Sehenswert ist hier die Kirche St.-Vincent, die in ihrer Gedrungenheit von überraschender Raumwirkung ist. Sie stammt aus dem 4. Jh. und ist eine der ältesten Kirchen Frankreichs. Die Fenster sind alle moderne Arbeiten und wurden von Fürst Rainier von Monaco, dem Nachkommen der letzten Grafen von Les Baux gestiftet. In den schmalen schmucken Gässchen konnte man überall die Souvenirs aus der Provence erstehen – Lavendelsäckchen, Lavendelseife, Lavendelhonig, Lavendelöl, weißen Nougat mit Lavendel, Herbes de Provence, Santons (provenzalische Krippenfiguren)… man konnte sich nicht satt riechen und sehen.  Wir mussten wieder Abschied nehmen von dem  hübschen Dörfchen. Sabine erzählte uns während der Fahrt  von dem provenzalischen Schriftsteller Alphonse Daudet (1840 -1897) und las uns einige Passagen aus den „Briefen aus meiner Mühle“ vor, machte uns mit Frederic Mistral (1830 bis 1914) mit seiner  Begeisterung für die klangvolle, vokalreiche provenzalische Sprache bekannt und ließ ihre Erzählungen, die sich wie eine literarische Reise gestalteten, mit einem Chanson ausklingen. In Chateneuf-du-Pape ließen wir im Caveau Domaines Mousset den schönen Tag bei einer Weinprobe ausklingen.

3. Tag: Ausflug nach Arles und in die Camargue

 Heute war Gisela unsere Reiseleiterin. Es war keine Wanderung eingeplant. Wir fuhren in den Zigeunerwallfahrtsort Saintes –Maries-de-la-Mer. Aber zuvor hielten wir am Rhoneufer bei Avignon an und bewunderten die Brück von Avignon und natürlich auch das Panorama der einst so mächtigen Papststadt. Unser nächstes Ziel war die Stadt Arles, durch die wir eine Führung hatten. Wieder waren es die alten Römer, die uns faszinierten. Auch hier gibt es ein antikes Theater, die Alyscamps (römische Begräbnisstätte), die Thermen des Constantin, die Kirche St. Trophime mit ihrem prachtvollen Portal. Hier lebte Vincent van Gogh, dessen künstlerische Ader  damals nicht anerkannt wurde. Bei der Fahrt durch die Camargue fielen uns die Reisfelder auf, der Anbau wird von der EU wegen des ökologischen Gleichgewichts gefördert. Wir erfuhren viel über die Geschichte, über die Landwirtschaft und vor allem über die Wirtschaft – auch das der Stoff für die Levi Strauss-Jeans „Denim“ eine Abkürzung ist und eigentlich aus Nimes stammt, wo heute noch die provenzalischen Stoffe herkommen. Ein besonderes Erlebnis war der Besuch der Domaine Manade Cavallini – einer Stierzuchtfarm. Mit einem Leiterwagen fuhren wir auf die Weiden und konnten die  stolzen schwarzen Stiere bewundern. Monsieur Cavallini gab uns auf alle Fragen detaillierte Auskünft und wir waren erleichtert zu hören, dass seine Stiere nicht als Kampfstiere ein Ende finden, sondern für Spiele zum Einsatz kommen, wo einzig und allein der Mann in ernster Verletzungsgefahr ist. Auf der Stirn zwischen den Hörnern des Stieres müssen mit Hilfe eines stumpfen Hakens mit Bindfäden fest gebundene Kokarden und Quasten ergriffen werden. Nach einer opulenten französischen Farmermahlzeit (Muscheln, Oliven, Salami, Stiergulasch, Reis aus der Camague, Weißbrot, Dessert und ausreichend Wein)  in einer rustikalen Halle, in der auch die mit den Stieren errungenen Preise ausgestellt waren,  verabschiedeten wir uns nach viel Gesang von der Domaine. Die berittenen Hirten standen uns zu Ehren auf ihren weißen Pferden Parade.

pferd

Bei der Fahrt durch die unendliche Wildnis konnten wir diese erblicken. Die Flamingos hatten sich wahrscheinlich wegen der Jagd zurückgezogen und zeigten sich erst auf der Rückfahrt in einer riesen großen Kolonie. Ganz wenige konnten wir auch aus allernächster Nähe beobachten. Die Tierwelt aus schwarzen Stieren, weißen Pferden und rosa Flamingos ist einfach grandios. Wir hatten wie im Fluge Saintes-Maries-de-la-Mer erreicht – den hübschen Zigeunerwallfahrtsort am Mittelmeer. Der Ort verdankt seinen Namen einer Legende, nach der die drei Marien Maria Jacobea (Schwester der Mutter Gottes), Maria Salome (Mutter der Apostel Jakobus und Johannes) und Maria Magdalena (die Büßerin) im Jahre 45 hier landeten und die Provence zum Christentum bekehrten. In einer Kapelle über der Apsis und in der Krypta befinden sich in der festungsähnlichen Kirche die Reliquien der beiden ersten Marien und ihrer schwarzen Dienerin Sara, zu der besonders Zigeuner kommen. Hier ist das Wort Zigeuner kein Schimpfwort. Nach dem Besuch der Kirche konnte Moni, Gerlinde, Hilde und mich nichts mehr halten - wir gingen im sprichwörtlichen Sinne ins Wasser. Das Meer war für uns Schwarzwälder, die wir eine kalte Badesaison erlebt hatten, noch angenehm warm. Ja, alles hat einmal ein Ende und so mussten wir wieder zum Bus. Unterwegs hielten wir noch an und kauften das Salz der Camargue, Reis u.a. Man hätte fast einen kleinen Koffer für die vielen Mitbringsel gebraucht. Mit einem Plausch im Hotel oder einem Hock im Städtchen klang der schöne Tag aus.

4. Tag: Wanderung im Luberon

Wir waren gespannt, was uns der heutige Tag bringen sollte – es war eine Wanderung im Luberon angesagt und der Mistral wehte. Im Hotel war für uns ein Picknick vorbereitet. Unseren Wanderführer für die nächsten zwei Tag –Wenzel- haben wir auf der Fahrt dorthin aufgelesen. Über Apt erreichten wir unseren Ausgangspunkt – Saignon, ein kleines hübsches Bergdörfchen. Wir wanderten auf die Hochebene Claparedes und sahen soweit das Auge reichte Lavendelfelder. Die jungen Pflanzen waren nicht abgeerntet und so betörte uns ihr Duft. Hier gab es auch noch einige alte Bories (aus Steinplatten ohne verbindenden Mörtel gefertigte meist fensterlose Hütten), die meist als Weidehütten dienten. Wir genehmigten uns eine Mittagspause auf einer Wiese, ließen unsere Seelen baumeln, manche machten auch ein Nickerchen. Bald hatten wir Sivergues mit der kleinen hübschen Kapelle erreicht, wo wir Marienlieder sangen. Von hier aus stiegen wir in die Ravin de l´enfer  (Höllenschlucht). Es war eine wilde Gegend – manchmal etwas vergleichbar mit der Wutachschlucht mit den hohen Kalkfelsen. Beim Fort du Buoux erwartete uns unser Bus. Es folgte eine Fahrt durch eine unendliche gebirgige Wildnis, bis wir Buoux erreichten. Unterwegs zeigte uns Wenzel die confiserie Saint Denis, wo man köstliche Mandeln ,die mit Schokolade überzogen sind, sowie kandierte Früchte  und sehr schönes Kunstgewerbe erstehen konnte (wieder etwas für den Extrakoffer). Als besonderen Leckerbissen führte er uns noch nach Roussillon zu einer eindrucksvollen Ockerformation. Die intensive Farbe des Ocker, der hier von 400 Betrieben abgebaut wurde und als begehrter Rohstoff für die Farbenherstellung Wohlstand brachte, faszinierte uns. Wir haben einen wunderschönen Wandertag erlebt und von dem herrschenden Mistral eigentlich nichts bemerkt. Auch von Wenzel erfuhren wir viel über die Geschichte der Provence.

5. Tag: Wanderung im Vaucluse

Die heutige Wanderung begann in  Gordes an der Südflanke des Plateau de Vaucluse. Durch seine höchst malerische Lage ist das Bergstädtchen weltbekannt. Beherrscht wird das Dorf von dem im 16. Jhd. erbauten Schloß.

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Wenzel hatte uns schon zu Beginn der Fahrt mitgeteilt, dass heute Markt sei - wenn auch nur ein kleiner. Aber er hatte untertrieben. Als wir auf dem Marktplatz die Auslagen sahen, kam wieder der Kauftrieb nach Mitbringseln und der Koffer musste noch größer werden. Lavendel als Seife, als Riechsäckchen, als Honig, Oliven als Früchte, als Seifen, als Öl, Obst und Gemüse in der frischesten Qualität, würzig riechender Käse, französische Salami, Knoblauch waren hier zu bekommen. Aber auch Textilien wurden angeboten. Ich konnte nicht widerstehen, mir einen Tischläufer, der typisch für die Provence ist, mitzunehmen. 

obst

Edith und Andre kauften sich eine wunderschöne Santonfigur für ihre Krippe. Die große Verpackung band er sich an seinen Rucksack und er kam uns  wie ein Schwarzwälder Uhrenträger vor. Mit noch mehr Gepäck ging es nun wandern. Nach einem steilen kurzen Anstieg hatten wir einen herrlichen Blick über das Plateau de Vaucluse und sahen auch schon die Abbaye de Senanque – im Tal der Senancole, die uns mit Geläut begrüßte. Auch diese ist weltbekannt und ein beliebtes Fotomotiv für Kalender, Bücher, Postkarten u.a. Die Zisterzienserabtei, die zwischen Lavendelfeldern liegt und sehr gut erhalten ist,  wurde 1148 gegründet. Nach einer wechselvollen Zeit  (Religionskriege, französische Revolution, Rückkehr der Zisterzienser 1854) verließen die letzten Mönche 1969 die Abtei und schlossen sich dem Konvent von Lerins an. Es gibt eine große Buchhandlung, wo man sehr gut einkaufen kann (aber irgendwann ist Schluß damit). Wir hatten das Glück, in der Klosterkirche den Gesängen der Mönche zuzuhören.  Der Weiterweg führt uns bergan zu einem zerfallenden Hof, wo wir Pause machten und unser Picknick aus dem Hotel genossen. Es kam wieder ein Abstieg in das Tal Senancole – hier hat sich Wenzel etwas verlaufen, was uns Wanderen jedoch nichts ausmachte. Und wie es ist, nach jedem Abstieg kommt wieder ein kräftiger Anstieg. Wir erreichten hier eine hübsche kleinere Ansiedlung mit den typischen Steinmauern und konnten noch eine sehr gut erhaltene Bori besichtigen. Nachdem es bereits nach 16.00 Uhr war, beschlossen wir im Dorf Cabrieres d´Avignon , wo Wenzel neben einem hübschen ehemaligen Waschhaus wohnt  , die Wanderung zu beenden (nach 17 km) und hinunter nach Coustellet zu gehen. Die Fontaine de Vaucluse, die eigentlich auf dem Programm stand und in deren unmittelbaren Nähe wir uns befanden, haben wir auf Anraten von Wenzel nicht besucht, da im Moment kein Wasser vorhanden war  und wir eigentlich nur vertrocknete Quellen gesehen hätten. Unser Bus erwartete uns und vor der Rückfahrt genossen wir noch Eisbecher, Kaffee oder ein Bierchen. Wir verabschiedeten uns ganz herzlich von Wenzel und waren etwas wehmütig, weil dies der letzte Tag unserer Reise war. Abends sind wir nochmals am Theater gesessen und nahmen einen Abschiedstrunk.

6. Tag Rückreise

Heute hieß es Abschied nehmen von der wunderschönen Gegend. Der Himmel war verhangen, als trauere er, dass wir wieder gingen. Auf der Reise regnete es teilweise stark und von der Bergwelt in Frankreich und der Schweiz bekamen wir nicht viel zu sehen. In Genf machten wir noch eine längere Pause, bevor wir dann wieder in den Schwarzwald zurück fuhren. Wir bedankten uns herzlich bei unserem Fahrer Franz, der uns unheimlich viel über die Fahrstrecke erklärt hatte, der dafür sorgte, dass wir immer Kaffee und Getränke hatten, der sehr souverän gefahren war, der einfach alles getan hatte, dass wir uns wohlfühlten. Wir haben uns vorgenommen, noch einmal nach Südfrankreich zu fahren und hoffen, dass er dann wieder unser Fahrer ist.

 

Ja, das war unsere wunderschöne Reise in die Provence, die alle 27 Mitreisenden faszinierte (22 aus unserer Gruppe, 5 aus Buchenbach, St. Märgen und  Freiburg, die sich bei uns jedoch gleich wohlfühlten). Was war denn der besondere Charme? War es der betörende Duft von Lavendel und Rosmarin, die hübschen Bergdörfer, die Begegnung mit der Kultur aus der Römerzeit, den Künstlern und Schriftstellern, die wilde gebirgige Gegend, das Meer, und und und. Ich weiß es nicht , ich glaube , es war einfach Alles. Mögen die Tage allen in guter Erinnerung bleiben und an Regentagen -wie heute- am Duft von Lavendel, Thymian, Sonne, Wärme, Meer, dem guten Wein und dem vorzüglichen Essen zehren lassen.

Rita Bölle, Wanderwartin


Aichhalden - Unbürokratische Hilfe im Rathaus beeindruckt
Schwarzwälder-Bote, 15.05.2014

Aichhalden. Der Schwarzwaldverein Löffingen wird Aichhalden wohl in guter Erinnerung behalten. Die Gäste suchten vergeblich eine Einkehrmöglichkeit. Die Gemeindeverwaltung half unbürokratisch aus. Die Löffinger hatten eine dreitägige Wanderung auf dem Ostweg unternommen. Auf der 20 Kilometer langen Etappe von Alpirsbach nach Schramberg am Montag war keine offene Gaststätte zu finden. Die Organisatorin der Tour, Rita Bölle, bat das Bürgermeisteramt Aichhalden um Aufkunft, ob es nicht doch irgendwo eine Einkehrmöglichkeit gebe. Jennifer Krauter vom Bürgerbüro bot der Gruppe an, im Rathaus eine Pause einzulegen. "Die Gastfreundschaft war sehr herzlich. Wir bekamen Getränke, Kaffee und Kuchen und konnten so gestärkt unsere Wanderung fortsetzen", so Bölle. Dazu gab es viele Informationen über die Gemeinde. Bürgermeister Ekhard Sekinger ließ sich entschuldigen; er hätte die Gruppe gerne begrüßt, saß aber in einer Besprechung.

aichhalden
Fühlten sich gut aufgenommen in Aichhalden: die Wanderer aus Löffingen.
Foto: Rita Bölle


Auf den Spuren der Sigmaringer Hohenzollern
Bericht von der Bezirkswanderung am 17. Mai 2014
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In diesem Jahr hatten wir uns für eine Tour auf dem Donau-Zollernalb-Weg, der 2009 fertigestellt wurde und ca. 140 km lang ist, entschieden. Er führte uns von Gutenstein nach Sigmaringen in den Grand Canyon, dem Durchbruchstal der Oberen Donau. Der Weg beeindruckt durch eine Vielzahl staunenswerter kulturhistorischer Sehenswürdigkeiten – Höhlen, Ruinen, Burgen, Klöster und Schlösser.

Bei Gutenstein mit der sehenswerten Barockkirche und dem nicht mehr zugänglichen Schloss stiegen wir hinauf zum Teufelsloch, über das wir die Ruine Gebrochen Gutenstein mit einem herrlichen Blick hinunter ins Tal erreichten. Sie ist ein der exponiertesten und am schwierigsten zugänglichen Burgruinen der Schwäbischen Alb – wenn überhaupt, die Ruine ist nämlich zum Klettern nicht zugelassen. Sie wurde um 1200 erbaut und gehört heute Fürst Karl Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen. Nach einer Vesperpause steuerten wir den imposanten 25 ha großen Landschaftsgarten von Inzigkofen an, den die Fürstin Amalie Zephyrine von Hohenzollern-Sigmaringen 1811-1829 errichten ließ. Hier sind die bewundernswerten Höhlen, das Känzele mit herrlicher Aussicht auf das Donautal oder Teufelsbrücke, wo man meint, man sei im Tessin mit den geschwungenen Steinbrücken und den tiefen darunterliegenden Schluchten, in das Steilufer am Ausgang des Donautales integriert.

Das ehemalige Kloster Inzigkofen, das um 1300 von zwei Sigmaringer Bürgerstöchtern gegründet wurde, ging im Zuge der Säkularisation 1803 als reicher Besitz an den Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen über und 2002 an die Gemeinde Inzigkofen und dient heute als Volkshochschule als Stätte der überregionalen Erwachsenenbildung. Der Klostergarten hatte es den Wanderern angetan. Wir verabschiedeten uns in der ehemaligen Klosterkirche mit einem Marienlied . Von hier konnten wir einen ersten Blick auf das Schloss Sigmaringen werfen.

Wir erreichten bald Laiz und gingen entlang der Donau vorbei am Grünprojekt Sigmaringen, das von der Landesgartenschau 2013 stammt, zur Kreisstadt Sigmaringen. Im Bootshaus stärkten wir uns und dann kam der krönende Abschluss – die Besichtigung des Schlosses.

schloss

Unsere beiden jungen Führerinnen begeistern durch ihre lebendigen Erzählungen, die 60 Minuten vergingen wie im Fluge. Wir bekamen prunkvolle Säle, reich ausgestatte Räume mit Badezimmern, die für die damalige Zeit äußerst luxuriös waren, kostbare Gobelins, die größte Waffensammlung Europas und zahlreiche Jagdtrophäen zu sehen. Wir waren alle beeindruckt und warfen noch einen Blick in die barocke Stadtpfarrkirche St. Johann Evangelist, sangen als Dank, dass alles so gut geklappt hatte, nochmals ein Marienlied und stiegen vollbeladen von Kultur und Geschichte in unseren Bus.

Meinem Mann Herbert , der die 45 Wanderer aus 8 Vereinen anführte, und mir hat der Tag unheimlich Spaß gemacht – wir hatten nach Regen und Kälte endlich gutes Wanderwetter, lauter nette Wanderkameraden mit guter Laune. Wir hoffen, dass der Wandertag in guter Erinnerung bleibt.

Rita Bölle, Bezirksfachwartin Wandern


Drei Tage auf dem Ostweg 04.05. – 06.05.2014
Bericht von Rita Bölle, Wanderwartin
Zur Dia-Show pfeil

Da der Schwarzwaldverein in diesem Jahr sein 150 – jähriges Jubiläum feiert, sollte unsere Dreitagestour auf einem für den Verein typischen Weg sein. Wir haben uns für drei Etappen auf dem 1906 markierten Ostweg – einem Weg zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb entschieden.

Um es vorweg zu sagen - wir hatten wieder einmal unheimlich Glück mit dem Wetter. Nach zwei Regenwochen vor der Tour und jetzt schon einer kalten und regnerischen Woche haben wir genau drei wunderschöne Tage erwischt. Wir das waren Agnes Gärtner, Lothar Hall, Herbert Bausch, Monika Rouxel, Gerlinde Daubner, Renate Meder, Sepp Willmann, Helga Niemeyer, Bernd Holl, Helene Stefan, Hanspeter Schropp, Herbert und ich.

Am Sonntagmorgen fuhren wir mit dem Zug nach Freudenstadt. Wir schauten uns die Stadt an, die 1599 von Herzog Friedrich I. von Württemberg gegründet wurde und im Zweiten Weltkrieg wenige Wochen vor Kriegsende weitgehend zerstört wurde. Möglich wurde der schnelle Wiederaufbau durch großzügige Unterstützung. Der imposante Marktplatz, der größte bebaute Deutschlands, mit seinen umlaufenden Laubengängen, ist überwältigend. Das Wahrzeichen, die evangelische Stadtkirche mit dem L-förmigen Grundriss ( 1601-1608), in der sich die Kanzel im Winkel zwischen den beiden Flügeln befindet, hat unsagbare Schätze wie einen romanischen Taufstein mit Tierornamenten (11.-12. Jhd.) aus dem Kloster Hirsau, ein Kruzifix sowie ein holzgeschnitztes Lesepult, das von den vier Evangelisten getragen wird. Nach einer Kaffeepause starten wir zu unserem großen Unternehmen. Über den Kienberg gelangten wir zum Friedrichsturm, der 1899 zum 300-jährigen Stadtjubiläum gebaut wurde und von dem man einen lohnenswerten Ausblick über die Stadt hat. Durch den Freudenstädter Parkwald wanderten wir zu unserem nächsten Ziel, dem Vogteiturm bei Loßburg. Hier hatten wir einen herrlichen Ausblick vom Schwarzwaldvorland hinüber zur Schwäbischen Alb. Bald hatten wir den schmucken Ort Schömberg erreicht, wo wir uns im Gasthaus Sonne Bier, Kaffee und Kuchen schmecken ließen. So gestärkt nahmen wir den Abstieg ins Kinzigtal in Angriff, welcher durch Forstgeräte etwas arg in Mitleidenschaft gezogen war. Wohlbehalten kamen wir in Alpirsbach an. Im Gasthaus Rössle wurden wir freundlich empfangen und genossen das sehr gute Nachtessen, das Alpirsbacher Klosterbräu und den guten Wein.

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Am nächsten Morgen war es bereits wärmer und ließ uns erahnen, dass es ein sehr schöner Tag werden sollte. Wir schauten uns noch die romanische Klosterkirche (1095-1099) des ehemaligen Benediktinerklosters mit dem Marienaltar an, dessen erster Abt vom Kloster St. Blasien kam. Hier musste unser Marienchor einfach ein Marienlied singen. Beeindruckend ist der gotische Kreuzgang, der Musikfreund kann sich hier im Sommer an den Konzerten erfreuen, welche hier abgehalten werden. Die Kirche ist die einzig noch erhaltene. Sie beherbergt sowohl die evangelische wie im ehemaligen Refektorium die katholische Kirchengemeinde und gehört zu den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden – Württemberg. Gleich nebenan ist die ehemalige Klosterbrauerei, die sich heute in Privatbesitz befindet. Mit Gottes Segen wanderten wir hinauf zur Anhöhe Adelsberg mit Blick ins Kinzigtal und den Staufenkopf, der Ansiedlung Fräulinsberg, zur Holzebene und einem kräftigen Aufstieg auf einem Teerweg zu dem aus zwei Gebäuden bestehenden Ort Brandsteig. Hier machten wir an einer ehemaligen römischen Straßenstation wohlverdiente Rast und ließen unsere Seelen baumeln. Die Hochebene bei Neuhaus mit dem Zollhaus ( ehemalige Grenze zwischen Baden und Württemberg) bescherte uns einen grandiosen Ausblick auf den Mittelschwarzwald mit dem Brandenkopf, den wir im vergangenen Jahr bestiegen hatten. Wir erreichten bald Aichhalden mit der angekündigten Überraschung, die wir erst hier oben verrieten. Da auf der ganzen Strecke am Montag keine Einkehrmöglichkeit besteht, hatte ich mich beim Bürgeramt der Gemeinde erkundigt, ob sich vielleicht irgendwo etwas versteckte, was wir übersehen hatten.

Frau Krauter, eine junge Mitarbeiterin, bot sich prompt an, uns einen Kaffee zu kochen. Es war ein sehr herzlicher Empfang, der Kaffeetisch war toll gedeckt und wir wurden mit Getränken, Kaffee und Kuchen verwöhnt. Wir erfuhren einiges über die Gemeinde, z.B. dass sie eine Firma mit ca. 600 Arbeitsplätzen hat. Da sich die Ankunftszeit verzögert hatte, konnte uns der Bürgermeister nicht empfangen, was eigentlich vorgesehen war. Ich habe mich im Nachhinein nochmals bedankt, Herr Sekinger schickte mir ein mail, folgenden Inhalts:

"Ich danke Ihnen für Ihr E-Mail und Ihren Besuch. Leider hatte ich einen Gesprächstermin, sonst hätte ich Sie alle gerne begrüßt. Wir hatten früher 23 Wirtschaften und 3 bekannte Cafes. Nunmehr droht "Notstand". Dies aufzuhalten ist fast unmöglich. Ein Nachfolger eines Cafes hat sich in Vancouver niedergelassen, beschäftigt dort 40 Personen und betreibt 2 Confiserien. Unsere Frau Krauter hat sich sehr gefreut."

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Auch Frau Krauter hat sich bei mir gemeldet und mir mitgeteilt, dass sie so eine nette Gruppe nicht jeden Tag auf dem Rathaus habe. Also, darauf können wir stolz sein! Ja, das sind so die netten Begebenheiten am Rande. Vorbei am Gasthaus Waldlust und über den Paradiesberg, wo wir eine herrliche Aussicht auf den Schramberger Stadtteil Sulgen hatten, stiegen wir auf einem schönen Waldweg hinab nach Schramberg. Im Gasthaus Bären ließen wir uns ein oder auch zwei Fürstenberg Biere schmecken. Frau Aubermann empfing uns herzlich. Das Gasthaus ist unterverpachtet. Was wir hier zu Essen bekamen, war bei ganz vernünftigen Preisen wirklich erste Klasse! Auch der Wein schmeckte hier sehr gut – besonders der Graue Burgunder!

Nach einem sehr guten Frühstück mit selbst gebackenem Holzofenbrot verabschiedeten wir uns von Frau Aubermann. Die sehenswerte astronomische Uhr von 1906 am Rathaus ließen wir uns nicht entgehen. Die Kernstadt , die sogenannte Talstadt, liegt im Tal der Schiltach. Etwas außerhalb konnten wir gut erkennen, weshalb die Stadt den Namen Fünftälerstadt hat. 1861 wurde der Uhrenhersteller Junghans gegründet. Schramberg ist auch eine Hochburg der schwäbisch-alemannischen Fasnet. Von hier aus konnte man auch die Burgen Hohenschramberg, Falkenstein und Schilteck erkennen. Nach einem sportlichen Aufstieg erreichten wir den 300 m höher gelegenen Weiler Tischneck. Wir hatten einen tollen Blick auf die Schwäbische Alb und gelangten in das romantische Glasbachtal mit der Muckenmühle. Vorbei an der Ruine Waldau erreichten wir bald Königsfeld, das 1806 von der Herrnhuter Brüdergemeinde – einer evangelischen Freikirche - gegründet wurde und eines ihrer Zentren ist. Mit den privaten Zinzendorfschulen besitzt Königsfeld ein breites Bildungsangebot. Wir besuchten den Kirchensaal mit der kleinen Ausstellung, die sich mit der Geschichte der Brüdergemeinde befasst. Das Albert-Schweitzer-Haus, das von seiner Frau und seiner Tochter von 1923 bis 1933 bewohnt wurde, ist heute ein Forum für Information und Kommunikation. Wir hatten uns nach so viel Kirchengeschichte Kaffee und Kuchen im traditionsreichen Cafe Sapel verdient. Durch den Kurpark des Erholungsortes wanderten wir weiter auf bequemen Waldwegen, bis wir vor Mönchweiler durch das Naturschutzgebiet Gifizenmoos geleitet wurden. Das männliche Knabenkraut blühte hier in einer Vielzahl, wie ich es noch nie erlebt habe.
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Nun hieß es, Abschied nehmen vom Ostweg, an der Post in Mönchweiler war unsere Wanderung zu Ende. Der Bus brachte uns nach St. Georgen, wir stiegen um in den Zug und es kam ein Gewitter mit Regen auf. Wir machten noch einen netten Abschluss im Gasthaus Linde.

Ich glaube, jeder ist stolz darauf, 60 km durch drei Landkreise geschafft zu haben. Die Wanderung war geprägt von Harmonie, toller Kameradschaft, netten Abenden nach einem strengen Tag. Was aus dem versprochenen Feen-Schaumbad geworden ist, bleibt uns heute noch ein Rätsel. Vielleicht verrät es uns Lothar einmal. Bleibt zu hoffen, dass uns die Wanderung in guter Erinnerung bleibt und wir ab und zu gerne zurückdenken.


Bericht zum Wanderjahr 2013
Bericht von Rita Bölle, Wanderwartin

„Wandern ist mein Energiespender“, sagte die Bergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner. Also  ich würde sagen,  der Schwarzwaldverein ist hier ein toller Sponsor für gesunde und billige Energie.  Wir haben nämlich 29 Wanderungen  durchgeführt ( 10 Halbtags-, 19  Ganztagstouren). Unter den Ganztagstouren waren eine Dreitagestour und eine viertätige Wanderreise. Gewandert wurden von 588 Teilnehmern 6592 km. Die gesamte Wanderstrecke betrug 336 km. Durchschnittlich wanderten 20 Personen mit, wobei bei 7 Wanderungen über 25 Wanderer dabei waren. Erfreulich war die hohe Gästezahl von 79 Wanderern (davon 24  Wanderer von anderen Ortsgruppen).

Im vergangenen Jahr konnten wir alle Touren durchführen von der Schneeschuhtour, die wir zum ersten Mal machten,  bis zur 5 -Seen-Tour am Pizol, Herberts letzter Bergtour, obwohl die meisten Wanderberichte mit dem Satz begannen: Wir hatten unheimlich Glück mit dem Wetter!

Die Vielzahl von Wanderern ist sicher auf das attraktive Angebot zurückzuführen. So führten die Wanderungen neben Touren in der nähere Heimat auf das Weingut Köbelin in Eichstetten, nach Herrenberg in den Schönbuch, als 3-Tagestour auf den Hansjakobweg im Kinzigtal, auf den Dreifaltigkeitsberg, auf den alten Postweg bei Leipferdingen,  nach Freiburg durch den Sternwald zum Kloster St. Lioba, zur Burg Hohenzollern, an den Pizol, auf den Hirtenpfad Raitenbuch, zum Thurner nach Wagensteig, um den Geisinger Steinbruch und  übers Wiesental.  Auch die Abschlusstour über den Schloßberg ins Augustinermeuseum und Brauereigaststätte Feierling war gelungen, was die Zahl der Teilnehmer erkennen ließ.  Die 6-tägige Fahrt nach Südtirol mit 4 Wanderungen und Fahrten mit Besichtigungen (Ötzi)  können sicher als Höhepunkt betrachtet werden (28 Teilnehmer), obwohl sich das Wetter nicht von der besten Seite zeigte. Beeindruckend war auch die Einweihung der Weiler Kapelle.

Neben Wandern haben wir einen Spieleabend, einen närrischen Stammtisch, eine sehr interessante Stadtführung mit Werner Waßmer und  einen Kegelnachmittag veranstaltet (ca. 70 Teilnehmer). Für Kinder  wurde ein Piratentag mit 14 Teilnehmern veranstaltet.  Außerdem haben 14 Wanderführer und – führerinnen an einer Wanderführerschulung der Heimat-und Wanderakademie teilgenommen.

Auch in diesem Jahr haben wir wieder einiges vor. Der Wanderplan liegt ja bereits seit Dezember letzten Jahres vor. Höhepunkt wird die Wanderreise in die Provence mit der Fa. Hummel ( 19.09.-24.09.) sein. Wir werden  3 Tag auf dem Ostweg gehen, eine Bergtour ist geplant,   und sehr schöne Touren in der näheren oder weiteren Umgebung  unternehmen(z. B. Naturpark Obere Donau mit Besuch des Schlosses Sigmaringen, Feldberg, Bodensee, Nagoldtal, St. Peter ins Dreisamtal, Notschrei, rund um Tuttlingen). Es wird wieder ein Rundgang durch die Löffinger Altstadt angeboten. Auf ein neues Terrain begeben wir uns mit der  Begegnungswanderung.  Auch die Barfußwanderung  machen wir zum ersten Mal. Anläßlich des 150 –jährigen Bestehns des Schwarzwaldvereins wandern wir mit dem Bezirk Hochschwarzwald vom Thurnerwirtshaus nach St. Märgen und auf dem Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad.

Abschliessend möchte ich noch ein Dankeschön aussprechen: An die Presse, hier besonders an Sylvia und Gerold Bächle sowie der Badischen Zeitung für die Ankündigung der Touren und die gute Berichterstattung, allen Wanderfreundinnen und – freunden für die Kameradschaft und Disziplin, allen Wanderführern und – führerinnen , die es sehr gut verstanden haben, ihre Wanderungen so vorzubereiten, dass alle Wandererer ihr Ziel wohl behalten erreicht haben.


Goldener Herbst in Südtirol vom 20.-25. Oktober 2013
Urlaub auf dem Ritten
Bericht Rita Bölle, Wanderwartin Schwarzwaldverein Löffingen
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Nach unserer letztjährigen Fahrt in die Toskana hatten wir uns in diesem Jahr für Südtirol entschieden.  Mit 28 Wanderfreunden ging es am Sonntagmorgen  mit der Fa. Hummel  auf große Fahrt. Über Schaffhausen – St. Gallen- Feldkirch-Arlbergtunnel-Landeck-Innsbruck-Brennerautobahn fuhren wir bei herrlichem Wetter Richtung Bozen. In Sterzing legten wir noch eine kleine Pause ein und besichtigten die Altstadt, wo gerade ein Flohmarkt stattfand. Hier hatte es jedoch Hochnebel, der sich auch die nächsten Tage zäh hielt. Kurz vor Bozen  ging es in Serpentinen hinauf auf den Ritten – dem Sonnenplateau oberhalb von Bozen - nach Mittelberg in den Wieserhof mit Blick auf den Schlern.

tirol1Am nächsten Morgen holten uns unsere Wanderführer Evi und Josl Treibenreif zu unserer  ersten Wanderung auf dem Ritten ab. Beim Kirchlein Maria Saal, einer kleinen Wallfahrtskirche, wo wir das Deckengemälde  Madonna mit dem Regenschirm bestaunen konnten,  gingen wir auf den Erdpyramidenweg nach Lengmoos, wo sich eine Kommende des Deutschen Ordens befindet. Unser nächstes Ziel war Klobenstein, der Hauptort der Gemeinde Ritten. Über Kematen gelangten wir zur Tann und hatten knapp 300 Höhenmeter Aufstieg bewältigt.  Wir hatten eine Rast verdient, die wir im Bauerngasthof Bad Siess machten.  Es gab hier Südtiroler Spezialitäten wie Knödel in allen Variationen, Kaiserschmarren, Apfelstrudel, die uns köstlich schmeckten. Hiernach machten wir  uns auf den Abstieg und gelangten zu unserem Ausganspunkt – der  Wallfahrtskirche Maria Saal- . Traditionsgemäß sangen wir ein Marienlied. Es war nun nicht mehr weit zum Wieserhof. Wir trafen  die  Nichtwanderer,  die einen Ausflug in die Bischofsstadt Brixen und das Kloster Neustift gemacht  hatten. Mit  dem obligatorischen Stammtisch, den wir abends abhielten und einer Spielerrunde ließen wir den schönen Wander – und Ausflugstag ausklingen.

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Am zweiten Tag ging es auf den Keschtnweg,  der die 60 km langen Sonnenhänge von Bozen nach Brixen verbindet und als Wandertipp im  Herbst schlechthin gilt.  Von Klobenstein stiegen wir hinunter nach Siffian , wo das Geburtshaus des Freiheitskämpfers Peter Mayr steht, der  1810 in Bozen hingerichtet wurde. Wir warfen noch einen Blick durch die Fenster der neu restaurierten Kirche  St. Peter mit den schönen Fresken ( 12. Jhd).  Über die gewaltige Finsterbachschlucht gelangten wir nach St. Andreas-Antlas, wo wir im Gasthof Zuner, einem typisch südtiroler  Bauernhof zünftig Rast machten. Auch hier gab es  wieder die Südtiroler Spezialitäten. Das Kirchlein St. Andreas, das hoch auf einem  Felsvorsprung steht, lud uns zu einem Marienlied ein.  Hier hatten wir einen  herrlichen Blick über das Eisacktal, nach Kastelruth  und teilweise zu den Dolomiten. Über Lengstein, dem im 12. Jahrhundert  von Kaiser Friedrich Barbarossa das Marktrecht verliehen wurde- der Ritten liegt am alten Kaiserweg-, gelangten wir wieder zu unserem Hotel, wo uns die Nichtwanderer  von Meran und Kaltern erzählten,  wohin der heutige Ausflug geführt hatte.

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Unsere  Halbtagestour am dritten Tag sollte uns auf den Rittner Themenweg führen.  Von Oberbozen stiegen wir hinab ins Katzenbachtal zu den Erdpyramiden, die einen grandiosen  Anblick boten. Man kommt sich hier  bei den filigran wirkenden Spitzen mit Steinhüten wie in einer anderen Welt vor.  Das Material ist späteiszeitlicher Moränenlehm, der von den Gletschern hier aufgeschüttet und zurückgelassen wurde. In feuchtem Zustand wird er zu einem lehmigen Brei, welcher zu rutschen und fließen beginnt .  Dieser Abrutsch des Erdlehms  endet erst dann, wenn der Boden steinhart ist. So entstehen dann Steilwände, die Voraussetzung für die Erdpyramiden sind.  Aus diesen Steilhängen werden dann die Erdpyramiden herausgewaschen, vorausgesetzt, dass sich im Moränenlehm größere Steine befinden, die das darunter liegende Material möglichst trocken und hart erhalten.

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Die auf einer Anhöhe stehende  kleine Kirche St. Jakob aus dem 13. Jhd. mit mittelalterlichen Fresken  sollte unser nächstes Ziel sein. Hier tat sich dann plötzlich die Sonne auf – wenn auch nur für kurze Zeit. Beim weiteren Aufstieg konnten wir Maria Himmelfahrt sehen, wo sich die Aristokraten aus Bozen im 17. Jahrhundert ihre Sommerfrischehäuser bauen ließen.  Wegen des starken Regens stiegen wir in  die Rittner Schmalspurbahn und ließen uns nach Oberbozen fahren. Sie wurde 1907 eröffnet und führte von Bozen mit einem Höhenunterschied von 1000m auf den Ritten. Dieser wurde mit Hilfe eines Zahnradantriebes überwunden. 1966 wurde sie durch eine Seilschwebebahn ersetzt und verkehrt  heute nur noch zwischen Maria Himmelfahrt und Klobenstein. Mit der Schwebebahn fuhren wir hinunter nach Bozen, wo uns Josl durch die  historische Altstadt  mit ihren Lauben und Gassen  führte. Wir trafen hier die Nichtwanderer, die morgens in die Stadt gefahren waren, um entweder Ötzi  - den Mann aus dem Eis – im Archäologischen Museum zu bewundern oder einfach nur den Großstadtflair  bei Shopping oder Cappuccino zu geniessen.  Uns stand eine Weinprobe auf einem Weingut bei Kaltern bevor. Leider konnten wir bei starkem Regen die schöne Landschaft nicht sehen – aber das vergaßen wir in dem herrlichen Weinkeller schnell.  Es wurden köstliche Platten mit Südtiroler Schinken, Salami, Mozzarella, Kaminwurz u.a. und ein sehr gut nach Anis schmeckendes Brot aufgetragen. Der Winzer erklärte uns die verschieden Weine, die sehr gut mundeten,or allem der Vernatsch.  Herbert sang noch ein Weinlied und schweren Herzens machten wir uns auf den Rückweg, nicht ohne Wein, Salami, Käse eingekauft zu haben.

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Am letzten Morgen ging auf den  Ritten. Doch zuvor mußte ich mit Herbert, der eine dicke Backe hatte, noch einen Zahnarzt aufsuchen und so kamen wir oben etwas verspätet an und konnten den herrlichen Ausblick,  den unsere Wandergruppe auf die Dolomiten von der Sellagruppe, Langkofel, Marmolada, Schlern, Rosengarten und und……… hatte, nicht mehr in vollen Zügen genießen. Von der Schwarzseespitze ( 2069m) wanderten wir über Unterhorn auf das Rittner Horn (2260m). Hier hatte es sich zugezogen und regnete  leicht. Mit einem Kaffee oder Tee wärmten wir uns im Rittner-Horn-Haus auf und stiegen ab in das Gasthaus Unterhorn.  Auch hier wurden wir mit den Südtiroler Spezialitäten verwöhnt – der Kaiserschmarren war köstlich! Das Wetter hatte sich zwischenzeitlich gebessert und ein Teil der Gruppe machte den Abstieg zu Fuß, der Rest mit der Bahn. Wer in Pemmern nicht genug hatte………kein Problem, der konnte die 1,5 Std. bis zum Hotel noch zu Fuß nehmen.  Wir verabschiedeten uns ganz herzlich von unseren beiden Wanderführern, die es sehr gut verstanden hatten, uns für Südtirol zu begeistern. Sie hatten uns viel über Land und Leute und Gebräuche erzählt.  Die weniger eifrigen machten  einen Einkaufsbummel in Klobenstein und ließen sich dort von unserem Bus, der von der Dolomitenfahrt zurückkam, ins Hotel mitnehmen. Von  dieser Fahrt waren alle Teilnehmer sehr angetan. Nach dem Nachtessen gab es nochmals  den obligatorischen Hock .

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Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen.  In Richtung Meran wurde das Wetter zunehmend besser und wir erlebten den Vinschgau  in voller Sonne, sahen den Ortler, konnten den Reschensee bei Sonnenschein genießen und  bei sehr schöner Sicht  über den Arlberpaß fahren. Wir hatten wunderschöne und vor allem innerhalb der Gruppe harmonische Tage in Südtirol und können hoffentlich noch lange davon zehren.


Auf dem Großen Hansjakobweg vom 05.bis 07. Mai 2013

Bericht von Rita Bölle
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Nach den großartigen Touren Jubiläumsweg Bodenseekreis in den vergangenen beiden Jahren war es nicht einfach,  eine Tour zu finden, die ebenso Begeisterung fand. Wir entschlossen uns, in diesem Jahr eine Teiletappe des  rund 100 km langen Großen Hansjakobweges im Kinzigtal anzubieten und sollten es nicht bereuen. Obwohl die 3 Tage mit 54 km von der Kondition her einiges abverlangten – besonders der 2. Tag mit der Bergetappe- herrschte eine wirklich ausgesprochen gute Stimmung und Fröhlichkeit, die sich bis zum Ende hielt. Die tapferen Wanderer waren Herbert  und Rita Bölle, Siegrid Feck, Hilde Frei, Gerlinde Daubner, Renate Meder, Sepp Willmann, Margret Krank, Helga Niemeyer, Monika Rouxel,  Werner Otthofer, Agnes Gärtner, Lothar Hall, Hans-Friedrich Paul, Erich Maier, Elfriede und Egon Schwörer. Die letzte Etappe stießen noch Rosmarie und Anton Knöpfle zu uns.

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Der Wetterbericht ließ nichts Gutes  ahnen - aber wir hatten unheimliches Glück und genossen drei herrliche Wandertage. In Haslach, wo Heinrich Hansjakob 1837 das Licht der Welt erblickte und 1916 sein Leben zu Ende ging, begann unsere Wanderung.  Als Einstimmung  besichtigten wir im ehemaligen Kapuzinerkloster die Loretokapelle,  die 1912 auf Kosten Hansjakobs renoviert wurde. Vor der Kirche befindet sich eine mannshohe Gedenkstelle, die an ihn erinnert. Aber – wer war eigentlich Hansjakob? Er war Seelsorger, Politiker und vor allem ein sehr produktiver Schriftsteller, aus dessen Feder über siebzig Bücher stammen, wobei  insbesonders  die Bauerngeschichten wie „Vogt auf Mühlstein“,  „Bauernblut“ und „Erzbauern“ ihn weit bekannt und auch wohlhabend machten. Nach seinem Studium war er Lehramtspraktikant,  danach Leiter  der Höheren Bürgerschule in Waldshut. Wegen seiner Angriffe auf die liberale badische Regierung wurde er zweimal zu einer Haftstrafe verurteilt und aus dem Schuldienst  entlassen.  Er wurde nun Pfarrer in Hagnau am Bodensee, wo er die erste badische Winzergenossenschaft gründete und auch heute noch hohes Ansehen genießt. Danach war er 29 Jahre Stadtpfarrer in St. Martin in Freiburg, wo er in ständigen Auseinandersetzungen mit dem Erzbischöflichen Ordinariat stand. Die Abneigung gegen die "Wibervölker“ scheint nur eine Pose zu sein  – man weiß von vier nichtehelichen Kindern.

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Nach so viel Information machten wir noch einen Schlenker durch die historische Fachwerkstatt mit dem hübschen Rathaus und marschierten zum Freihof, den Hansjakob im Stile eines Schwarzwälder Bauernhofes errichten ließ und von 1916 bis zu seinem Tode 1919 bewohnte.  Nach einem kurzen Aufstieg gelangten wir  zum Rotkreuz und genossen erstmals einen Blick auf Haslach und das Kinzigtal.  Über den Kreuzweg mit seinem 14 Stationen erreichten wir nach einem heftigen Aufstieg das Ausflugsziel  Heiliger Brunnen. Dieser wird auch Kindlesbrunnen genannt, weil  in die Grotte von Kindern Holzkreuze im frommen Wunsch nach einem Geschwisterchen gesteckt wurden. Die Rudolfuskapelle erzählt von dem Einsiedler. Nach einer Verschnaufpause an diesem  schönen Platz mit Hammerschmiede, Sägewerk und Mühle (in Miniatur) wanderten wir hinauf zur Sandhaasenhütte, wo wir eine herrlichen Ausblick nach fast 300 m Aufstieg hatten, so z. B. nach der Ruine Geroldseck. Der Großteil der Steigung war geschafft. Über den Bohnacker, den Bannstein, den Adlersbach ging es auf den Höhen weiter mit einem herrlichen Ausblick zum Brandenkopf – den wir den nächsten Tag bestiegen. Am „Rotweinbänkle“  erwartete uns eine Überraschung.  Hier wurde gerade die Eröffnung der Saison gefeiert und wir konnten wunderbaren Wein aus Südtirol als etwas verspäteten Frühschoppen genießen und erreichten bald Hausach-Dorf mit seiner Dorfkirche, die zu den ältesten und wertvollsten Kirchen des Schwarzwalds   gehört.  Sie wird auch als alte Bergmannskirche angesehen, denn die Hausacher Silberbergleute  sollen für die Ausgestaltung immer wieder tief in die Tasche gegriffen haben. Heute dient sie nur noch als Friedhofskapelle. An den Erzabbau erinnert auch der Dorfer Bergmannsbrunnen, der sich unmittelbar vor der Kirche befindet. Wir sangen hier noch ein Marienlied (das muss einfach sein).  In Hausach machten wir eine Kaffeepause – es wurden auch die größten Eisbecher verdrückt. So gestärkt brachen wir auf unseren Weg nach Wolfach auf. Dieser führte uns an der Hausacher Industrie vorbei. Da Hausach zwischen den beiden fürstenbergischen Amsstädtchen Haslach und Wolfach lag, wurde es in der Vergangenheit  wegen seiner strategischen Lage immer wieder arg gebeutelt.  Aufschwung und Bedeutung setzten erst ein, als die Eisenbahn das Städtchen erreichte (1886). Am Wannenbächlein hatten wir schon Gutacher Gemarkung erreicht. Wir wanderten über die Ruine Am Turm, die wahrscheinlich einmal eine Zollstation war. Auf einem Hangweg mit schönen Ausblicken über das Kinzigtal erreichten  wir Vor Kirnbach mit dem Schmittebauernhof  - einem Beispiel für das sogenannte Kinzigtäler Bauernhaus - . Nach einem letztmaligen kurzen heftigen Aufstieg hatten wir noch einen Blick auf die Dorotheenhütte und auf die Schwerspatmühle  und marschierten bald am ehemaligen Stadtgraben durch das Schloßtor von Wolfach. Im Gasthaus Kreuz in der historischen Altstadt war Quartier. Nach einem guten Abendessen klang der erlebnisreiche Tag aus.

Am  nächsten Morgen war Bergetappe angesagt. Wir genossen beim Abmarsch die historische Altstadt, die einst fürstenbergisches Amtsstädtchen war,  mit ihrem schönen Rathaus, dem ehemaligen Schloß, den alten, repräsentativen Häusern, dem Gassensteg mit dem Hl. Nepomuk, dem  Schutzpatron der Flößer, dem Narrenbrunnen (die Wolfacher Fasnet ist etwas Einmaliges), eine  Illustration zur Wolfacher Flößerei, die früher in Wolfach eine große Rolle spielte. Wir wechselten zum anderen Kinzigufer und standen vor dem ehemaligen Floßhafen. Hier wurden die kleineren Wolfflöße (die Wolf vereinigt sich hier mit der Kinzig) für den Weitertransport umgebunden. Jährlich fuhren bis zu 300 Flöße das Tal hinaus, wobei die längsten bis zu 600 m gemessen haben. Das letzte Floß fuhr 1900, die Eisenbahn hatte den  Wettlauf gewonnen!  So und von nun an ging´s bergauf zum König der Heimatberge – dem Brandenkopf. Vorbei am Ehrenmal erzählte uns ein schlichtes Mahnmal eine traurige Begebenheit am Ende des letzten Weltkrieges . Hier wurden 20 in Wolfach inhaftierte französische Kriegsgefangene ermordet. Wir wurden daran erinnert, dass jeder Krieg nur Elend hinterlässt. Eine kleine Verschnaufpause gönnten wir uns auf dem aussichtsreichen Wiesenstück  beim Schlößle. Hier schauten wir noch einmal nach Oberwolfach, dort spielt die Geschichte vom Jörgle, die Hansjakob in Bauerblut erzählt . Über das Weiße Kreuz gelangten wir „ Über den Osterbach“. Uns zu Füßen lag der Käppelehof mit seiner vielbesuchten Wendelinuskapelle. Nach einem ordentlichen Aufstieg kamen wir  mit Schweißtropfen zur aussichtsreichen  Hohenlochenhütte.  Hier gönnten wir uns eine Vesperpause und Ausblicke zum Farrenkopf, dem Kandel  und  sogar zum Belchen. Über Hirzwasen und die Bettelfrau  gelangten wir zum Brandenkopf , dem höchsten Punkt des Hansjakobweges (947 m) und waren unheimlich stolz auf uns! 

brandenkopf

Da es in der Zwischenzeit etwas diesig geworden war, verzichteten wir (außer Päper, der uns nachher erzählte, dass er nicht viel gesehen habe) auf den Aufstieg mit 150 Stufen auf den Aussichtsturm und ließen uns Kaffee und Kuchen schmecken, den uns das Wirtsehepaar des Wanderheims des Schwarzwaldvereins vorbereitet hatte. Der Abstieg nach Oberharmersbach war begleitet von wunderschönen Obstbaumwiesen, stolzen Gehöften und herrlichen Ausblicken ins Harmersbacher Tal  - dem Tal der Reichsvögte. Wir waren glücklich, nach 22 km im Hotel Bären angekommen zu sein und begrüßten hier Rosmarie und Anton. Wer jedoch glaubt, dass sich hier jeder abgeschlagen im Bett verkroch, der irrt sich. Nach dem sehr guten Nachtessen in der gemütlichen Stube (dem Koch sangen wir  ein Lied)  ging es noch längere Zeit urgemütlich zu!

Es kam schon wieder der letzte Tag – aber er brachte uns gleichzeitig den Höhepunkt auf dem Hansjakobweg. Nach Besichtigung der St.- Gallus-Kirche, die den Namen des Talheiligen trägt und zu den größten Gotteshäusern im großherzoglichen Baden zählt,  und einer kurzen Erläuterung zu Oberharmersbach (Gasthaus Stube war früher die Ratsstube, im Freihof wurde der Besitz des Klosters Gengenbach – soweit er sich im Tal befand – verwaltet ) wanderten wir weiter vorbei an prächtigen Bauernhöfen .

gallus

Hier spielte auch die Geschichte, die  im Roman „ Der letzte Reichsvogt“ erzählt wird. Beim Limrain überquerten wir den Harmersbach, auf dem ebenfalls Flößerei  betrieben wurde. Von hier aus stand uns ein etwas steiler Anstieg bevor, der jedoch nur einen Teil vom gestrigen betrug. Vorbei am Engelbächlein gelangten wir zum Schwarzbauernhof und vor uns lag das Reichstal Harmersbach,  das 1803 seine Reichsunmittelbarkeit verlor. Die Waldungen auf den Höhen – einst Gengenbacher  Klosterbesitz – gehören heute meist der Gemeinde. Wir konnten die  stolzen Hofgüter erkennen,  die sich auf Land-, Forstwirtschaft und die Obsterzeugung stützen, wie uns der Schwarzhofbauer Ilg erzählte, mit dem wir ein Schwätzchen abhielten. Es gibt noch etwa 20 Vollerwerbsbauern und seine Nachfolge ist auch geregelt. Ich erinnere mich an einen Plausch mit seiner Mutter vor 23 Jahren, die uns auf unserer damaligen Tour zu einem Glas Most einlud. Leider ist sie heute gesundheitlich dazu nicht mehr in der Lage.  Etwa 200 m weiter steht ein wunderschönes über 300 Jahre altes Bildstöckle, das an einen Sturz vom Obstbaum erinnert.  Diese sind typisch für die Gegend.  Am Hermersberg hatten wir die Steigung ziemlich geschafft und wurden hier an das frühere Rüttibrennen erinnert,  eine lebensnotwendige Maßnahme, um immer wieder ein gutgedüngtes Ackerfeld fürs tägliche Brot zu haben.  Am Täschenwasen hatten wir die Steigung endlich geschafft. Ein alter Grenzstein erzählt von den einstigen und heutigen Besitzverhältnissen in den Waldungen.

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Als Einstimmung hörten wir auch schon vom Vogt auf Mühlstein, der den Wald des Gengenbacher Abtes verwaltete. Wir müssen uns  aber noch ein bisschen gedulden, bevor wir über die einstigen Schottenhöfe – der Name geht auf die Christianisierung durch iroschottische Mönche vom Kloster Gengenbach aus zurück – auf das Haldeneck gelangen. Es  ist hier oben umwerfend schön, dieser Ort hat mich bereits vor 23 Jahren in Beschlag genommen!  Wir standen auf der Höhe zum Nordracher Tal und pünktlich mit unserem Ankommen verzog sich der leichte Nebel, der  sich vom Gewitter am gestrigen Abend hier oben gehalten hatte. Wir sahen zum Brandenkopf, zum Moosmassiv, konnten die Vogesen erahnen, die Ruine Geroldseck lag vor uns – an diesem Ort kann man einfach die Seele baumeln lassen. Ja, und hier weilte oft  die unglückselige Magdalena, die Tochter des Vogts auf Mühlstein, zunächst in Freuden später im tiefen Schmerz um ihr verlorenes Liebesglück. Heinrich Hansjakob hat diese wahre Geschicht aufgeschrieben in dem Roman „ Vogt auf Mühlstein“.  Kurz zum wesentlichen Inhalt: Die schöne Tochter des  Vogtes von Mühlstein, Maria Anna Magdalena Muser, hatte ihr Herz dem aufrechten  Hans Öhler von Nordrach,  dem Ölerjoken, geschenkt. Als der reiche 28 Jahre ältere Witwer Hermesbur Ulrich Faißt von Lindach  beim Vogt um ihre Hand anhielt, wurde sie gegen  ihren Willen und mit Gewalt von ihrem Vater in die Ehe gezwungen. Von Gram gebeugt, starb sie bereits 2 Monate nach der Hochzeit. Der Vogt sagte am Abend zu seinen Kindern:
Wenn ich hundert Kinder hätt, ich würde keines mehr zum Heiraten zwingen. Heiratet, wen ihr wollt, ihr Buben (er hatte noch vier Söhne), ob reich oder arm, wenn´s nur euer  freie Wille ist. Mir geht es mein Leben nach, was ich am Maidli gesündigt habe.

 Ja, und wer die ganze Geschichte erfahren möchte, dem empfehle ich das Werk von Hansjakob. Ganz im Banne des Geschehens ging es weiter zum Elternhaus der Magdalena, dem Anwesen des Vogts auf  Mühlstein. Der letzte Wirt des Gasthauses und Nachkomme des Vogtes  Muser  starb im vergangenen Dezember und so konnten wir die alte Gaststätte mit  Nebenzimmer  und  den Porträts der Vögte nicht mehr besichtigen. Wie es mit der Wirtschaft und dem Anwesen, das nach Aussage des  Schwarzbauern einmal die größte Landwirtschaft besaß, weitergeht  ist nicht sicher. Man kann sich nicht vorstellen, dass so eine Jahrhundertalte  Tradition enden soll. Die tragische Geschichte berührte vor allem die Frauen. Die Herren der Schöpfung schienen über unser Mitgefühl etwas zu lächeln, aber beim Abstieg nach Zell kamen von ihnen immer wieder Bemerkungen, die darauf schließen liessen, dass sie  die Geschichte auch beschäftigte.  Durch eine wunderschöne Obstbaumallee  mit Obstbaumpfad erreichten wir die große Eiche mit dem Mostbänkle rund um den Baum, auf der wir alle Platz zu einem Vesper fanden.

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So gestärkt machten wir den Abstieg durch den Wald nach Zell am  Harmersbach  - vorbei  an der Radiumquelle, die 1928 entdeckt wurde und dann als heilsames Wasser empfohlen. Auch wir probierten das Heilwasser, ob es jedoch Wirkung zeigte, ist nicht bekannt. Hier haben wir den Wald verlassen und vor unter uns lag Zell am Harmersbach.  Bald hatten wir den Zeller Friedhof erreicht, wo uns natürlich das Grab Magdalenas interessierte. Ihr eisernes Kreuz ist einfach und schlicht gegenüber dem wuchtigen gleich einer gotischen Kirchturmspitze aufragendem Sandstein des Hermesbur, den sie einfach nicht heiraten wollte. Der dortigen Kirche statteten wir noch einen Besuch, bevor wir in das alte Reichstädtchen  mit den hübschen Fachwerkhäusern, Gebäuden im Jugendstil –aber leider viel Verkehr – hinab gingen und uns am Storchenturm, auf dem wirklich ein Storch saß, in einem Cafe niederließen und die drei schönen Tage bei Kaffee, Eis oder sonstigem ausklingen liessen. Sepp bedankte sich im Namen der Gruppe bei uns für die die wunderschönen Tage.   Eine Überraschung hatte Hans-Friedrich parat, der im Zug folgendes Gedicht vortrug:

Die Schwarzwaldberge rauf und runter
zogen wir vereint und munter,
immer fröhlich vorne dran
Rita Bölle und ihr Mann.
Klöster, Kirchen und Museen
konnten wir zusammen ansehen.

Von Hansjakob haben wir viel gehört-
wo er gelebt, gewirkt, gelehrt.
Wir hatten Glück mit Sonnenschein
und kehrten öfter durstig ein.
Auch das Essen war sehr gut
gab neue Kraft und Mut.
Nachdem wir manche Höh erklommen
sind wir gut wieder in Löffingen  angekommen.
Nun sind wir glücklich wieder daheim
dafür wollen wir Bölles dankbar sein.

Damit wäre alles gesagt, wir danken unseren Mitwanderern für ihre Disziplin, für ihre Fröhlichkeit all die Tage, für ihren großzügigen Obulus  und wünschen allen, dass sie von der Wanderung zehren können und gerne an sie zurück denken.

Rita Bölle

Quelle: Kurt Klein, Der Große Hansjakobweg


Bella Italia - Wandern in der Südtoskana
Wein und wunderschöne Landschaft vom 15. bis 20.10.2012
Bericht von Rita Bölle
Zur Dia-Show

Unsere Entscheidung, in diesem Jahr eine Wanderfahrt in die Toskana zu unternehmen, erwies sich als Volltreffer. 28 Wanderfreunde und –freundinnen fuhren am Montagmorgen mit der Fa. Hummel los. Das Wetter war fürchterlich, es regnete den ganzen Tag in Strömen und vor dem Gotthardtunnel und im Tessin wurden wir von Schnee überrascht. Wir gelangten nach einer langen Fahrt nach Chianciano Terme – einer Stadt ca. 30 km südöstlich von Siena entfernt. Am nächsten Morgen hatte Petrus jedoch ein Einsehen mit uns – wir wurden mit Sonne und Wärme belohnt.

 

 

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italien2 Unsere schweizerische Reiseleiterin Gisela holte uns im Hotel ab und mit dem Bus fuhren wir ins Orciatal. Hier hatten wir einen wunderschönen Blick auf den Vulkankegel des Monte Amiata , der mit 1700 m die höchste Erhebung ist. In Montalcino, einer mittelalterlichen Kleinstadt, die durch den Brunellowein bekannt geworden ist, begann unsere Wanderung. Wir hatten wunderbare Ausblicke auf die hügelige Landschaft der Südtoskana mit den für sie typischen Zypressen und Weinberge. Über den kleinen schmucken Weiler Villa a Tolli erreichten wir nach einem steilen Abstieg unser Ziel –die Klosterkirche Sant` Antimo in einem kleinen Tal inmitten von Feldern, Olivenhainen und Weinbergen. Die Kirche wurde im 12. Jh. in der Blütezeit der Romanik erreichtet und ist mit einem reichen Skulpturenschmuck ausgestattet (u.a. Daniel in der Löwengrube ). Die Prämonstratenserpater hielten gerade ihr Nono in lateinischer Sprache und gregorianischem Gesang ab, was für uns sehr beeindruckend war. Gisela fuhr mit uns noch in den kleinen Thermalort Bagno Vignoni, wo man in dem gemauerten von historischen Palazzi umgebenen Schwimmbecken zwar nicht mehr baden kann, dafür hatten wir jedoch das Vergnügen, unsere Füße in dem kleinen Bach mit Thermalwasser, der ins Orciatal fließt, zu baden. Voller Eindrücke kamen wir im Hotel an und genossen unser toskanisches Abendessen, das uns vorzüglich schmeckte.
Der zweite Tag begann mit einer Wanderung im südlichen Chiantigebiet von Abbadia Isola nach Monteriggione auf der mittelalterlichen Pilgerroute Via Francigena. Das kleine mittelalterliche Dorf auf einem Hügel ist eine Gründung Sienas aus dem 13. Jh. und sollte als Vorposten zur Verteidigung von Seiten der Florentiner dienen. Es sieht daher wie eine Festung aus und wird von Mauern umschlossen. Hier waren gerade italienische Schulkinder, die auf der Piazza fröhliche Tänze aufführten. Hier holte uns der Bus ab und wir fuhren nach Siena – dem Höhepunkt unserer Reise. Wir genossen die Piazza del Campo, das Herz der Stadt, sowie das Rathaus. Der Platz ist auf Grund seiner Form einzigartig und hat die Form einer Muschel. Wir ließen uns hier eine Pizza schmecken, genossen das emsige Treiben und besichtigten dann den Dom – ein herrliches Bauwerk, das von 1100 bis 1300 entstand. Beeindruckend sind der Fußboden mit Bildfeldern aus verschieden farbigem Marmor, eine achteckige Kanzel mit Darstellungen aus dem Leben Christi, der hohe Campanile mit seiner schwarz-weiß gestreiften Fassade sowie die große Fensterrose mit einem Glasfenster vom Letzten Abendmahl. Mit einem kleinen Bummel auf der Hauptstraße und einem Cappuccino am Gaia-Brunnen beendeten wir unseren Besuch und fuhren schwer beladen mit Kunstschätzen in unser Hotel zurück. Im Bus erzählte uns Gisela noch über das Palio, das Pferderennen, das am 02. Juli und 16. August auf der Piazza del Campo abgehalten wird. Es ist ein Symbol für die Rivalität der Bewohner der einzelnen Stadtviertel Sienas und reicht in die erste Hälfte des 15. Jahrhundert. italien4
italien5 Der dritte Tag führte uns zunächst in die Idealstadt von Papst Pius II. Piccolomini – nach Pienza. Er ließ 1462 den mittelalterlichen Namen Corsignano ersetzen. Hier bewunderten wir den Dom, sangen ein Marienlied – die Akustik war übrigens hervorragend -, den Palast der Domherren, das Erzbischöfliche Palais und den Palazzo Comunale. Pienza ist ein nettes kleines Städtchen, es gibt überall Geschäfte mit Pecorinokäse der sardischen Schäfer, die sich hier in den Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts ansiedelten. Die Wanderung führte uns dann nach Montichiello. Nach einer kurzen Rast in dem ruhigen Dorf fuhren wir mit dem Bus nach Montepulciano, einer auf einem Hügelrücken gelegenen Kleinstadt mit Renaissancebauten. Wir machten einen Stadtrundgang und besuchten das historische Caffe Poliziano, sicher eines der schönsten. In der Umgebung gedeiht der Vino Nobile, der edle Wein von Montepulciano. Diesen kosteten wir bei der u.a. bei der Weinprobe in der Cantina Crociani in einem alten Palazzo. Wir wurden hier verwöhnt mit den Spezialitäten aus der Toskana - Coppa, einer pikanten Salami und dem Pecorino. Fast alle kauften das gute Olivenöl, das von der Familie Crociani hergestellt wird und als besonders köstlich gilt. Zurück im Hotel hatten wir einen netten Abend mit lustigen Spielen.

Der vierte Tag war leider auch der letzte. Wir wanderten morgens noch im stimmungsvollen Nebel, der sich jedoch rasch auflöste. Durch Weinberge, die noch zu Montepulciano gehören, gelangten wir von Gabbiano über Valiano nach Petrignano. Der Bus brachte uns an den Lago Trasimeno hinauf nach Castiglione del Lago, einer mittelalterlichen Stadt mit gut erhaltener Stadtmauer und Burg. Von hier oben hat man einen wunderschönen Blick auf den See. Hier konnten wir Spezialitäten wie Wildschweinsalami, Trüffelsalami, Pecoriono, Pasta, Gebäck u.v.m. für die Daheimgebliebenen einkaufen. Unsere Reiseleiterin hat uns mit der italienischen Lebensweise und den Bräuchen in der Osterzeit u.v.a. bekannt gemacht. Zurück in Chianciano Terme machten wir noch einen Rundgang durch das anmutige alte Dorf, welches auf einem Hochplateau liegt und teilweise von mittelalterlichen Mauern umgeben ist. Vermutlich ist eine etruskische Siedlung der Ursprung.

Am nächsten Morgen hieß es wieder Abschied nehmen von der herrlichen Landschaft. Bei strahlendem Sonnenschein traten wir die Heimfahrt an, die uns durch die Toskana, den Apennin, das Tessin und die Alpenlandschaft nach dem Gotthardtunnel führte.

Wir waren eine fröhliche Gruppe und haben auch die 7 weiteren mitreisenden Wanderer voll integriert, wofür uns Oskar ganz herzlich dankte. Es bleibt zu hoffen, dass die Toskana allen Teilnehmern in Erinnerung bleibt und alle von den schönen Erlebnissen eine Weile zehren können.

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Jubiläumsweg Bodenseekreis - 2. Etappe
vom 06. bis 08. Mai 2012

Diashow 2011          Diashow 2012

Nachdem die letztjährige Tour auf dem Jubiläumsweg so guten Anklang gefunden hatte, machten wir uns dieses Jahr auf die drei letzten Etappen des Weges auf. Um es vorweg zu sagen – wir sollten es nicht bereuen. Obwohl die Etappen von der Kondition her mehr verlangten – besonders der  1. Tag, der als Bergetappe ausgeschrieben war -, herrschte eine ausgesprochen gute Stimmung in der Gruppe, die sich bis zum Ende hielt. Die tapferen Wanderer waren Herbert und Rita Bölle, Monika Frey, Gerlinde Daubner, Renate Meder, Petra Schmideke, Sepp Willmann, Helga Klott, Rudolf Scherzinger, Monika Rouxel, Renate Wenninger, Margret Krank, Helga Niemeyer, Hilde Frey und Erich Maier.

Bei schlechten Wetterprognosen fuhren wir nach Markdorf, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung. Vorbei am Bischofsschloss, der reizenden Altstadt, der Pfarrkirche St. Nikolaus, dem Hexenturm, dem Obertor, dem Heiliggeistspital mit der dazu gehörenden Kapelle gelangten wir nach einem kurzen Aufstieg, während dem wir eine herrliche Sicht auf den See hatten, auf den Gehrenberg.  Der 30 m hohe Aussichtsturm, den einige bestiegen, erinnert an den Eiffelturm. Dieser ist auch zweifelsohne Vorbild. Schade, dass wir hier den umwerfenden Blick auf die österreichischen, die bayerischen und Schweizeralpen  nicht hatten. Wir waren jedoch froh, dass wir trockenen Fußes unterwegs waren.  Hier oben ist auch die Mitte des Bodenseekreises. Ein paar Schritte weiter ist die Gehrenbergrutsche,  eine weitere Sehenswürdigkeit auf der Gehrenberghöhe. Man glaubt, vor einem frischen Erdrutsch zu stehen. Dabei besteht dieser jedoch schon seit  100 Jahren. Hier bot  sich ein imposanter Blick auf den westlichen Bodenseeraum bis hin  zu den Hegaubergen.  Auf einem gemütlichen sehr schönen Waldweg  - wir sahen hier in weiter Ferne unser  Ziel Heiligenberg – gelangten wir nach Wendlingen , einem Ortsteil der sehr großflächigen Gemeinde Deggenhausertal, wie auch die Landschaft an diesem Tage hieß. Frau Baumgartner, mit der ich Kontakt aufgenommen hatte, schloss uns hier die sehenswerte romanische St. Leonhardskapelle auf. Nach einer umfangreichen Sanierung  ist sie wirklich eine Kostbarkeit. Zum Dank sangen wir ihr noch ein Marienlied und zogen weiter nach Untersiggingen. Hier gab es bei Frau Lohr im Blockhäusle Kaffee und Kuchen.  Es  kam ein starkes Gewitter auf und wir waren zum Glück noch bei den letzten Häusern, als uns ein junger sehr freundlicher Landwirt die Garage zum Unterstehen öffnete. Nach Blitz und Hagel kam die Sonne und wir gingen guter Laune weiter vorbei am Auenhof  nach Lellwangen. Die dortige Kirche St. Martin überrascht mit einem offenen Glockenstuhl, was uns sehr an unsere Wanderungen im Tessin erinnerte. So, von nun an ging´s bergauf zum höchsten Punkt des Jubiläumsweges  und des Heiligenberges. Auf 809,5 m wurden wir mit einem herrlichen Blick auf die Berge belohnt, der Himmel zeigt sich von seiner schönsten Seite und durch eine Hohlgasse und einen schönen Wiesenweg gelangten wir nach Betenbrunn  mit der barocken Wallfahrtskirche. Mit dem Platz rund um die Kirche (sehr schöne Fachwerkhäuser, aufwändig restaurierte Häuser der ehemaligen Chorherren, Marienbrunnen und dem Gasthaus Post) ergibt sich hier ein wunderschönes Gesamtbild, das unter Denkmalschutz gestellt wurde. Nach einem Marienlied zogen wir die letzte 3 Kilometer weiter vorbei an der Amalienhöhe, einem Aussichtspunkt, von dem aus wir nochmals die Berge geniessen konnten. Von hier aus war es nur einen Steinwurf nach Heiligenberg entfernt und wir waren froh, unser Tagesziel erreicht zu haben. Im Bayerischen Hof bezogen wir Quartier, ließen uns das gute Essen schmecken und in die Betten sinken.
Am nächsten Morgen starteten wir gut ausgeruht am Postplatz, um nun den Linzgau zu durchwandern. Das großartige Schloss Heiligenberg, das noch im Besitz des Fürsten zu Fürstenberg ist, haben wir nicht besichtigt (das haben wir anl. der Kulturwanderung  2009 gemacht). Wir kamen an der Freundschaftshöhle vorbei (hier sollen einst die Bediensteten des Schlosses gewohnt haben), wanderten durch einen schönen Buchenwald mit ständigen Ausblicken auf das Schloss, die Alpen und den See. Kurz nach der Schwedenschanze (der Name hat nichts mit dem Dreißigjährigen Krieg zu tun sondern laut Infotafeln über einen Ursprung im 4. Jahrhundert) gelangten wir zu den auf einer Lichtung mit Obstbäumen und gelben Rapsfeldern liegenden Lichtung Höfen von Birkenweiler, die aus dem ehemaligen Wirtschaftshof der Burg der Herren von Frickingen hervorgegangen sind. Kurz vor Altheim machten wir im Naturatelier Frickingen Mittagsrast und genossen den Sonnenschein. Beim Weitermarsch durch Altheim konnten wir mehrere Störche auf ihren Nestern bewundern. Durch Obstplantagen erreichten wir den Elisabethenhof, von wo aus man nochmals einen herrlichen Blick auf Schloss Heiligenberg, den Turm von Hohenbodman und den sich in weiter Ferne befindlichen Gehrenberg hatte. Bei den Steinhöfen traten wir in eine enge Wald- und Felsenwelt ein und standen bald vor der an einer senkrechten Felswand angebauten offenen Wallfahrtskapelle Maria im Stein. Die Stätte wurde 1550 erstmals erwähnt, 1720-1750 war die Blütezeit der Wallfahrt und 1948 wurde der Bau in seiner heutigen Form errichtet. Natürlich durfte ein Marienlied nicht fehlen und nach einer kurzen Besinnung ging es zur nächsten Überraschung-dem Aachtobel. Dieser erinnert an die Wutach- und Gauchschlucht- mit seinen Steilflanken und den umgestürzten Bäumen. Die Waldschlucht wurde bereits 1939 mit einer Fläche von 72 ha unter Naturschutz gestellt. Am Ende des Tobels befindet sich ein Naturdamm, um die ständige Hochwassergefahr zu dämmen. Ein steiler Anstieg und wir kamen hinauf nach Hohenbodman. Hier ist einer der berühmtesten Aussichtstürme im Bodenseeraum- der Turm von Hohenbodman. Wir zogen es jedoch vor, uns hier auf dem Kirchplatz auszuruhen, ein kurzes Nickerchen zu machen oder einfach die Aussicht über den See zu geniessen.

Vorbei an der 800 jährigen Dorflinde gingen wir auf dem alten Kirchweg nach Owingen zur Pfarrkirche St. Peter und Paul, wo uns Pfarrer Auer, den ich aus seiner Zeit als Vikar in Donaueschingen kenne, erwartete. Er erzählte uns von seiner Arbeit in der Seelsorgeeinheit Owingen und gab uns Erläuterungen zur Kirche. Besonders erwähnte er den Rosenkranzaltar aus der Zürn-Werkstatt in Überlingen. Wir bedankten uns mit einem Marienlied, bekamen den Wanderersegen und  verabschiedeten uns ganz herzlich. Auf dem Weg in unser Quartier- das Gasthaus Engel- waren sich die Wanderer einig, dass eine solche innere Einkehr auf einer Wanderung guttut und einfach dazu gehört. Auch von der menschlichen Seite von Pfarrer Auer waren sie angetan. Wir genossen bei der Ankunft im Engel ein Bierchen im Freien und die nette Begrüßung der Wirtsleute. Das gute Essen ließen wir bei einem netten Hock ausklingen- Herbert und Sepp noch etwas länger.

Den 3. Tag-und letzten Tag- starteten wir bei herrlichem Sonnenschein. Von Familie Häußler wurden wir ganz herzlich verabschiedet. Vorbei an der Nikolauskapelle kamen wir in einen Buchenwald, gelangten an einen Waldrand, von dem aus wir nochmals einen schönen Blick auf Owingen hatten. Nach einem längeren Anstieg gelangten konnten wir eine schöne Aussicht auf das Nesselwanger Tal genießen. Dieses war noch vor 16.000 Jahren mit Gletschereis
ausgefüllt. Das Schmelzwasser schuf die Hödinger und Spetzgarter Tobel, die wir am Nachmittag erreichten. Am Ende des Dorfes Nesselwangen ist noch ein Granitblock (250 bis 300 Millionen alt) zu sehen, der aus der Gegend des Julierpasses in Graubünden stammt. Nun wanderten wir vorbei an der Bodensee-Wasserversorgung auf den Sipplinger Berg, was wieder mit einem kräftigen Anstieg verbunden war (dem letzten auf dieser Tour). Der Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung (gegründet 1954) versorgt heute 320 Städte und Gemeinden mit etwa 4 Millionen Einwohnern und ist das größte Wasserwerk in Deutschland. Über einen schönen Wanderweg entlang der steil  abfallenden Felswände mit einem Lehrpfad über die Entstehung des Bodensees und mit einer herrlichen Aussicht auf den Überlinger See mit dem Bodanrück und die Alpen gelangten wir pünktlich zur Mittagszeit an den Haldenhof – die halbe Strecke für diesen Tag. Der Haldenhof ist ein beliebtes Ausflugsziel und war einst Wirtschaftshof der Burg Hohenfels. Heute gehört er zum Spitalfonds Überlingen. Hier ließen wir die Seele baumeln, rasteten in der Gaststätte oder legten uns ins Gras, um ein kurzes Nickerchen zu machen. Wir genossen nochmals die herrliche Aussicht auf den schmalen Arm des Überlinger Sees mit Sipplingen, der Insel Mainau, den dicht bewaldeten Abhängen des Bodanrück und gingen weiter durch Buchenwald mit Nagelfluhgestein (dieses werden wir im Sommer bei unserer Wanderung Nagelfluhkette im Allgäu wieder sehen) zum Aussichtspunkt Zimmerwiese, wo wir mit einem netten  Ehepaar aus Überlingen ins Gespräch kamen und das ein Gruppenfoto von uns machte. Die Landschaft hier ist Naturschutzgebiet (Halbtrockenrasen, extensiv bewirtschaftete Streuobstwiesen). Von hier war es nicht mehr weit zum Hödinger Tobel, einer 1938 unter Naturschutz gestellten Sandsteinschlucht, die ein großartiges wildes Stück Natur darstellt und aus der wir nach Hödingen kamen. Hier machten wir einen Abstecher zur Kirche St. Bartholomäus, einer heute fast vergessenen Wallfahrtskirche mit einem frühklassizistischen Hochaltar. Wir bewunderten den gegenüberstehenden ehemaligen Lehenhof mit seiner Fachwerkscheune. Außerdem gibt es hier ein Hofcafe. Durch das hübsche Dorf mit seinen Fachwerkhäusern gelangten wir auf den Torkenbühl, einer Hochebene mit einem umwerfenden Blick auf den Bodensee mit Überlingen, die Alpen, in weiter Ferne Gehrenberg, Schloss Heiligenberg und und…………. Hier konnten wir noch einmal den Weg der vergangenen 3 Tage zurückverfolgen und waren unheimlich stolz auf unsere Leistung. Es erfolgte ein kurzer steiler Abstieg zum Schloss Spetzgart, das einst Kloster war und heute Teil der Schule Schloss Salem ist. Durch den Spetzgarter Tobel (ähnlich wie Hödinger Tobel) gelangten wir nach Goldbach. Die Besichtigung der berühmten Sylversterkapelle (Wandmalereien, die von Künstlern des Klosters Reichenau vor über 1000 Jahren geschaffen wurden) hoben wir für später auf und gingen bergan durch die enge in Fels gehauene Schlucht. Ein letztes Mal Geschicht gab es über die Schächerkapelle im Maiengericht, einer bis 1797 existierenden Gerichtsstätte. Bald war der Bahnhof Überlingen Therme erreicht. Da wir Überlingen von unseren zahlreichen Ausflügen bereits kannten, fuhren wir fuhren wir voll beladen mit Eindrücken nach diesen erlebnisreichen Tagen vom Bahnhof Überlingen mit dem Zug zurück nach Löffingen. 
Bei dieser Tour hat einfach alles gestimmt, angefangen vom Wetter, von der großartigen Landschaft, von den Düften in der Natur (besonders Bärlauch), von der Freundlichkeit der Menschen in der Region, von den sehr schönen Wanderwegen, von der fröhlichen Wandergruppe, von den Kleinoden am Wege …………..mir würde noch vieles einfallen. Sie wird  allen Wanderern in guter Erinnerung bleiben, die immer wieder an das zauberhaft Bodenseehinterland, das sie bis dahin nicht kannten, denken werden.

Rita Bölle
Wanderwartin Schwarzwaldverein Löffingen

 

Für meinen Bericht habe ich das Buch Jubiläumsweg von Rainer Barth zu Hilfe genommen.


Jubiläumsweg Bodenseekreis - 1. Etappe
vom 04. bis 06. Mai 2011

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Inspiriert von der letztjährigen Rucksackwanderung auf dem Schluchtensteig haben wir uns in diesem Jahr zu einer weiteren mehrtägigen Tour entschlossen. Der Jubiläumsweg Bodenseekreis, der 1998 anläßlich des 25-jährigen Bestehens des Landkreises ausgewiesen wurde, sollte unser Ziel sein. Wir hatten uns die ersten drei Etappen von Neukirch nach Markdorf vorgenommen. Vor uns lagen 57 km, die entdeckt werden wollten. Neugierig und gespannt auf die Tour waren neben uns , Rita und Herbert Bölle, Gerlinde Daubner, Hilde Frei, Monika Frey, Helga Klipstein, Helga Klott, Margarete Krank, Erich Maier, Renate Meder, Renate Schelb, Rudolf Scherzinger, Elfriede und Bernd Schmid, Petra Schmiedecke, Erika Schweizer, Renate Wenninger und Sepp Willmann.

Bei Sonnenschein fuhren wir mit dem Zug nach Kressbronn, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung. Unser erstes Ziel war der Schleinsee mit dem kunstgeschichtlichen Kleinod, der barocken Marienkapelle aus dem Jahre 1737. Zu Ehren Marias sangen wir ein Marienlied. Auch auf das Jugendstilgebäude des landwirtschaftlichen Anwesens, das sich an die Kapelle anschließt, warfen wir einen Blick. Während des gesamten Weges fielen uns die stolzen landwirtschaftlichen Anwesen auf,  die einen gewissen Reichtum erahnen ließen. In wenigen Minuten waren wir auf dem namenlosen Hügel überm See. Der Ausblick war grandios, Schleinsee und Bodensee lagen hintereinander. Das nächste lohnende Ziel war die romanische Pfarrkirche in Hiltensweiler mit dem Turm aus dem 13. Jahrhundert. Hervorzuheben ist das Gemälde, das man hier eigentlich nicht vermutet. Es handelt sich um ein Werk von Camillo Proccacini aus Bologna, die Grablegung Christi. Unser Weg führte uns weiter durch das Argental, einem der letzten Wildwasserflüsse in Baden-Württemberg. Über eine Hängebrücke gelangten wir über Wittenberg in das Naturschutzgebiet Kreuzweiher-Langensee. Dieses wurde 1973 errichte und 1994 auf eine Größe von 74,8 ha. erweitert.

Eine prächtige Aussicht hatten wir auf einer Kuppe oberhalb von Langensee – vor uns lag der Kreuzweiher, im Hintergrund der Bodensee. Es waren nun nur noch ca. 2 km zu unserem ersten Tagesziel – Neukirch.  Man befindet sich  am Westrand des Allgäus – hier ist es vorbei mit den Obstbauplantagen, die man zu Beginn der Wanderung bestaunen konnte. Im Landhaus Köhle wurden wir freundlich empfangen und haben und haben uns das gute Nachtessen schmecken lassen. Nach so vielen Eindrücken haben wir uns müde ins Bett fallen lassen.

Am nächsten wanderten wir bei strahlendem Sonnenschein weiter und konnten auch die Alpen erblicken. Vorbei am idyllischen Holz- und Jägerweiher (Naturschutzgebiet ) erreichten wir den kleinen Ort Krumbach mit der barocken Pfarrkirche St. Georg,  die umgeben ist von einem Friedhof. Ein solches Schmuckstück vermutet man hier nicht – aus dem Wald kommend hat man hier einen atemberaubenden Blick auf den Zwiebelturm.
Auch das alte Schul- und Messnerhaus verdienen Beachtung.  Man fühlt sich in ein Freilichtmuseum versetzt. Es ist zwar alles sehr baufällig und man weiß nicht, wie lange es noch stehen wird.  Nach einer Pause, die wir uns hier gönnten, wanderten wir durch das Anbaugebiet des Hopfens, der diese Gegend prägt. Über die Geschichte informiert das Hopfenmuseum in Tettnang. Über Enzisweiler und Herrgottsweiler gelangten wir zur Brünnensweiler Höhe (587 m).  Die kleine Kapelle, die sich dort befindet, wurde 1954 von der Tettnanger Kolpingsfamilie erbaut. Der Platz ist ein wunderschöner Aussichtspunkt auf den Bodensee mit Friedrichshafen, die Schweizer und Allgäuer Berge.

Nach einer guten halben Stunde erreichten wir die ehemalige Hopfenburg Hofgut Kaltenberg, die 1866 erbaut wurde und heute Personalwohnheim der Stiftung Liebenau ist. Bald war Meckenbeuren- unser nächstes Ziel- erreicht. Es erlangte Berühmtheit mit dem Lied „ Uf des schwäbsche Eisebahne“.  Im Cafe  Amadeus  genossen wir noch Eiscafe,  Eisbecher oder Kaffee und Kuchen, bevor wir unser Übernachtungsquartier- das Hotel Wiesenthal – ansteuerten. Der Wirt hat es mit den Doppel- und Einzelzimmern nicht so genau genommen, es gab etwas Aufregung, aber das gute Nachtessen und der Preis versöhnten uns wieder.

Am nächsten Morgen  brachen wir früher auf, da uns ein längerer Marsch bevorstand. Wir erreichten schnell Brockenzell,  einen Ortsteil von Meckenbeuren, durch den die Schussen fließt, bevor sie in den Bodensee mündet. Wir wanderten an der Jakobuskirche mit dem sehenswerten Pfarrhaus vorbei zum Brochenzeller Wald (Laubwald), der eine Gesamtfläche von ca. 600 ha hat und als eines der letzten großen zusammenhängenden Waldgebiete hier gilt. Nach Wannenhäusern hatten wir einen schönen Blick nach Ravensburg und das weite Schussental. Über Wirgetswiesen und Lindenholz gelangten durch einen Feldweg durch Obstplantagen zur Haldenbergkapelle. Hier ist das Zentrum des Bodenseeobstes. Es werden jährlich ca. 100.00 Tonnen Äpfel geerntet. Von hier aus konnten wir einen herrlichen Ausblick zu den Allgäuer und Schweizer Alpen, nach Tettnang, nach Friedrichshafen  und natürlich zum Bodensee genießen. Wir staunten, als plötzlich ein Auto mit einem älteren Herrn auftauchte, der uns fragte, ob wir die Kapelle besichtigten wollten. Er habe uns gesehen, als wir auf seinem Hof vorbeigegangen seien.  Er erzählte uns die Geschichte der Kapelle. Diese sei 1892 von der Familie Eberle zum Gedenken an den verunglückten 4-jährigen Sohn an der Reinachmühle erbaut worden, 1919 an die Gemeinde Ailingen  übergegangen und 1921 hier oben wieder aufgebaut worden. Heute würden hier oben gerne Trauungen vorgenommen. Wir sangen ihm zum Dank ein Marienlied, bevor er für uns die Glocke läuten ließ. Als wir zur Kapelle hinaus gingen,  glaubten wir  eine Fata Morgana zu sehen. Auf die Kapelle kam ein Brautpaar mit seinen Trauzeugen zu, das hier oben Fotos machte. Nach so viel Erlebtem machten wir eine Vesperpause. Über Ailingen gelangten wir über die Reinachmühle zur romantischen Rotachschlucht, wo früher 22 Mühlen standen, die teilweise um das Jahr 1000 entstanden. Schade, dass wir die Schlucht bald wieder verlassen mußten. Wir gelangten nach Unterteuringen, wo ein einstiger Maierhof des Klosters Weißenau bei Ravensburg zu sehen war.  Allmählich gingen die Getränke aus und so waren wir froh, auf einem Bauernhof an der alten Grenze zwischen Württemberg und Baden Wasser auffüllen  zu können. Vorbei am Naturschutzgebiet Hepbacher-Leimbacher-Ried – einem Niedermoorgebiet-, wo seltene Pflanzen und Tiere vorkommen und versucht wird, den Weißstorch anzusiedeln, erreichten wir Leimbach.  Bald konnten wir Markdorf erblicken, das wir nach dem langen Marsch so sehnlich erwartet hatten. Die Anstrengung war jedoch bald vergessen,  wir besichtigten das Städtchen mit dem Fürstbischöflichen Schloss, dem Hexenturm, dem Obertor, der Pfarrkirche St. Nikolaus und den schönen Häuserfronten. Nach einer Einkehr in einem Eiscafe,  wo wir uns erfrischten,  hieß es Abschied nehmen von unserer Tour. Mit dem Zug gelangten wir wieder in heimatliche Gefilde.

Es waren drei sehr schöne Tag voller Harmonie unter den 18 Wanderern. Jeder war angetan von der Vielfalt und der Schönheit der Landschaft hinter dem Bodensee. Die beiden ersten Tage hat uns auch der Glaubensweg der Seelsorgeeinheit Argental beeindruckt. Er steht für unser Unterwegssein. Täglich sind wir unterwegs von morgens bis abends, von der Kindheit bis ins Alter.  Die Wegzeichen mit Bibelsprüchen und Pilgerweisheiten wollen uns Menschen an unseren christlichen Glauben erinnern und zum Innehalten und Nachdenken einladen.  Es bleibt zu hoffen, dass wir von dem Weg und unserer Wanderung lange zehren können.
Rita Bölle


Faszination Schluchtensteig
3 Tage mit dem Rucksack unterwegs von Oberfischbach bis Wehr
(18. – 20.09.2010 )

   

Etwas mehr als die Hälfte des Schluchtensteigs, der direkt vor unserer Haustüre liegt, hat uns in diesem Jahr zu einer Wanderung gereizt, nachdem wir bereits im vergangenen Jahr die Etappe Blumberg – Schattenmühle zurückgelegt haben.

Um es vorwegzunehmen, der Steig ist anspruchsvoll, man benötigt Ausdauer und Trittsicherheit. Man muss sich auch Zeit nehmen, um die Schönheiten am Weg wahrzunehmen.  Wir haben 64 km  mit 1473 m Aufstieg und 2163 m Abstieg zurückgelegt.

Wir, das waren Inge Alsleben, Katharina Anders, Herbert und Rita Bölle als Wanderführer, Hermann Broich, Gerlinde Daubner, Reinhard Kleißler mit Schäferhund Boris,  Erika Maier, Renate Meder, Monika Rouxel, Rudolf Scherzinger,  Ursula Vogt; Sepp Willmann. Am Sonntag bekamen wir Verstärkung von Anton und Rosmarie Knöpfle.

Bei strahlendem Herbstwetter ( nach kühlen und regnerischen Tagen) begann unsere Tour in Oberfischbach. Nach Begrüßung, Vorstellungsrunde und einer kurzen Einführung wanderten wir zum ersten Höhepunkt, dem Bildstein – einem Platz, wo man  die Seele baumeln lassen kann,  mit herrlichem Blick nach Breitnau, dem Feldberg, Herzogenhorn und nätürlich dem Schluchsee. Ein kurzer Abstieg und Aha war erricht. Die Stille des Sees vermittelte den Einbruch des Herbstes. Nach einer kurzen Pause am Unterkrummenhof stiegen wir begleitet von einer hübschen Allee mit Ahorn und Eschen hinauf in den Wald von Oberkrummen. Wir hatten eine erste Begegnung mit dem Kloster St. Blasien, das hier einst einen Meierhof betrieb. Das Kloster ist übrigens Begleiter auf dem Wege bis Wehr. Das Krummenkreuz – unser nächstes Ziel - war der höchste Punkt (1150 m ) auf der Tour. Über Muchenland gelangten wir nach Blasiwald-Althütte  vorbei an fast alpinen Hochweiden, die mit Heidelbeer- und Preiselbeersträuchen bewachsen waren. Ein kurzer Abstieg und die imposante Windbergschlucht war erreicht. Am Ende der Schlucht erwartete uns St. Blasien. Nach einem Kaffee holte uns Herr Weis von der Pension Vogelbacher in Unterkutterau –unserem Übernachtungsquartier – ab. Nach einem sehr guten Nachtessen, einem guten Schlaf – für manche begleitet vom Schnarchen der Mitschläfer - und einem guten Frühstück in einer sehr gemütlichen Bauernstube waren wir gerüstet für den nächsten Wandertag.

Nach dem Transfer von Unterkutterau besichtigen wir den Dom von St. Blasien, der nach dem Petersdom in Rom und dem Dom in Florenz die drittgrößte Kirchenkuppel in Europa ist.
Er wurde nach einem Brand 1781 von Fürstabt  Martin Gerbert eingeweiht. Das Kloster wurde bereits im 9. Jahrhundert erwähnt. Von St. Blasien aus gingen im 11. und 12. Jahrhundert zahlreiche Klostergründungen aus. Heute beherbergt das Kloster eines der renommiertesten Gymnasial-Internate Deutschlands.

Mit dem beeindruckenden Geläut des Domes von St. Blasien begann unser zweiter Wandertag hinauf auf den 1093 m hoch gelegenen Lehenkopf über den Viktoriaweg, benannt nach Prinzessin Viktoria Luise von Preussen. Ob sie diesen Weg jemals begangen hat, lässt sich nicht nachvollziehen. Vom Holzturm konnten wir den oberen Hotzenwald, das Herzogenhorn und den Feldberg überblicken. Hier ist auch die Nordostecke des Hotzenwaldes. Bald gelangten wir in die typische Landschaft  mit sanft welligen Magerwiesen, durchsetzt mit Heidekraut und Flügelginstern.  Überwältigend war der Ausblick auf den Höhen hinunter auf die Gemeinde Dachsberg.  Hier ist Natur pur und eine Welt für sich. Der Klosterweiher – tiefster Punkt auf der Tour über die Hotzenwaldhöhe- diente einst dem Kloster St. Blasien als Fischweiher. Nach einem kurzen steilen  Anstieg erreichten wir über Hochweiden das Ibacher Hochtal, das in der Eiszeit vom Feldberggletscher geformt wurde. Der Panoramaweg, auf dem auch Carl Carstens in seiner Amtszeit als Bundespräsident wanderte, umrundet den Ortsteil Oberibach.

Er ist sehr idyllisch gelegen und fast könnte man dort der Zeit entrinnen, wären uns nicht knapp 400 Schüler des Kolleges St. Blasien begegnet, die einen freiwilligen  Wandertag hatten. Aber es war  erfreulich, dass sich so viele Jugendliche an einer solchen Aktion beteiligten. Schade, dass wir die Alpen nicht sehen konnten, zahlreiche Tafeln sind hier angebracht. Allmählich verliessen wir die Hochweiden des Hotzenwaldes und gelangten an das Ibacher Kreuz. Von hier ging es die  tiefe, romantische Hohwehraschlucht hinunter direkt zu unserem Quartier für die zweite Nacht, dem Wehrahof. Hier nahmen sich zahlreiche Wanderer Einzelzimmer –
wohl wegen des Schnarchens? Auf der Terrasse des Cafes  Bockstaller genossen wir noch die warmen Sonnenstrahlen und fühlten uns bereits wie Urlauber.

Abendessen gab es in der historischen Bauernstube im Hotel Maien. Waren es das sehr gute Essen, die gepflegt Atmosphäre, der wunderschöne Wandertag, dass an diesem Abend so eine gute Stimmung herrschte? Herbert sang uns noch das Motorrädle und das Kanapee,
ein mancher liess sich den Wein und das Weizenbier schmecken und gegen 23.00 Uhr liessen wir uns in die Betten fallen.

Da wir am letzten Tag einen langen Weg vor uns hatten, brachen wir zeitig auf. In der Todtmooser Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau, die um 1630 gebaut wurde (eine hölzerne Kapelle wurde schon im 13. Jahrhundert errichtet ), sangen wir ein Marienlied. Die Tafel am Pfarrhaus, das 1733 in kubischer Wucht und Strenge errichtet wurde, weist mit dem Doppelwappen der Abtei St. Blasien auf die vergangene Klosterherrlichkeit hin. Hier war auch eine Sommerresidenz der Fürstäbte untergebracht. Nach einem kurzen Aufstieg erreichten wir über die Klinik Wehrawald den kleinen Weiler Schwarzenbach, der auf einer großen Lichtung liegt. Der Weg führte hinab zur Zumkeller-Säge.

Vorbei an einem Wildgehege erreichten wir Todtmoos-Au mit der sehr schönen Josefskapelle, die vor etwa 100 Jahren von der Familie Zumkeller aus dem Ort  gestiftet wurde. Von hier aus begann die Wehraschlucht.  Wer jedoch gedacht hatte, von hier aus gehe es bergab, hatte sich gründlich geirrt. Es war hier fast 10 km ein ständiges auf und ab mit zahlreichen Dobeln und steilen Abhängen. Zeitweise war der Weg alpin und verlangte Trittsicherheit. Der Bannwald vermittelte eine wilde Schönheit. Ab und zu öffnete sich ein Ausblick auf die steilen Felswände.

Den Weg zum Wehrastausee sind wir wegen Bauarbeiten am See nicht gegangen. Nach einer kurzen Umleitung endete der Waldweg und gab einen Blick über das vor uns liegende Wehr frei.  Nach der wilden Schlucht vermittelte das offene Gelände mit wunderschönen Obstwiesen ein Gefühl von Freiheit. Noch ein kurzer Marsch und wir waren am Alten und Neuen Schloß ( Endpunkt des Schluchtensteigs ) angelangt. Es blieb noch genügend Zeit, ein Eis zu essen , Kaffee oder ein Bier zu trinken und ein Schwätzchen zu halten. Mit dem Bus gelangten wir wieder nacht St. Blasien, wo wir abgeholt wurden.

Wir haben drei wunderschöne Wandertage mit einer gut zusammen passenden Wandergruppe – einschließlich Boris -erlebt. Wir hoffen, dass sie auch im Alltag nachklingen und allen in guter Erinnerung bleiben.

Rita Bölle, Wanderwartin


Seit 50 Jahren halten Hugo Ketterer und Engelbert Straetker (vone von links) dem Schwarzwaldverein die Treue. Vorsitzender Karlheinz Rontke konnte zudem Rosmarie Stuber, Ruth Straetker, Rudolf Gwinner, Rosmarie und Anton Knöpfle (hinten, von links) für 25 Jahre Mitglieschaft auszeichnen. Foto und Bericht: Christa Maier
Gemeinschaft ist besonders wichtig - Hauptversammlung am 26.03.2010
Schwarzwaldverein dankt Hugo Ketterer für 50 Jahre Zugehörigkeit / Viele Mitglieder geehrt.

Der Schwarzwaldverein ist eine große Familie, in der sich nicht nur Menschen, die sich für Bewegung begeistern, untereinander näher kommen, sondern auch eine rücksichtsvolle Gemeinschaft gelebt wird. Die Verbundenheit zu diesem 447 Mitglieder starken Verein ist daher sehr wichtig.

Seit 50 Jahren gehören Hugo Ketterer, Kurt Strohmeier und Engelbert Straetker dazu. Straetker war von 1987 bis 1994 stellvertretender Vorsitzender, von 1969 bis 1982 als stellvertretender Wanderwart und von 1975 bis 1987 Beisitzer. Große Resonanz fanden auch die Bergtouren des Wanderführers Straetker in der Schweiz. Als Dank überreichte der Vorsitzende Karlheinz Rontke den Jubilaren Urkunden und Treuezeichen in Gold.

Seit 40 Jahren halten Severin Kirner, Helmut Reiser, Pia Scherler, Manfred Unger und Liesel Wider dem Verein die Treue. Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Maria Bausch, Rudolf Gwinner, Elisabeth Hinterseh, Elisabeth Isele, Franz Isele. Anton Knöpfle, Rosemarie Knöpfle, Gerda Köpfler, Franz Lais, Rolf Pluhatsch, Ernst Rothfuß, Marlies Rothfuß, Ruth Straetker, Rosemarie Stuber, Holger Trendle und Edgar Zepf mit dem Silbernen Treuezeichen geehrt. Die breite Palette der Aktivitäten im abgelaufenen Vereinsjahr spiegelte sich in den Berichten der Fachbereichsleiter wider. Rita und Herbert Bölle und 26 weitere Wanderführer boten je zehn Kurz- und Halbtagestouren, zwölf Ganztagswanderungen und eine Dreitagestour im Pfälzerwald an, Geologie, Kultur, Geschichte und Vogelkunde jeweils inbegriffen. Dabei legten die insgesamt 648 Teilnehmer 7 400 Kilometer zurück. Spieleabend, Kegelnachmittag, Skiwanderungen, Stammtische und Ausflüge ergänzten das Programm.

Schwarzwaldverein beteiligt sich am Deutschen Wandertag

Eine dreitägige Schluchtensteigwanderung, eine Viertagestour nach Reutte/Tirol sowie der Deutsche Wandertag als Höhepunkt, bei dem die Ortsgruppe am 1. August eine Wanderung durch die Wutachschlucht anbietet, bestimmen die kommende Saison. Rontke appellierte an die Mitglieder, die treuen Wanderberater Klaus und Veva Kienast in der Drei-Schluchten-Halle zu entlasten und sich im Mai und Juni sowie im September und Oktober für den Beratungsdienst sonntags zur Verfügung zu stellen.

Wegewart Ernst Waldvogel berichtete von Kontrollgängen, vom Freischneiden von Wegen und von Wegmarkierungen. "Die Wege sind im guten Zustand" berichtete er, so dass er in der kommenden Saison keine nennenswerten Schäden erwartet. Naturschutzwartin Marion Liebermann erinnerte an die Öschputzete, die Biotoppflege in Reiselfingen, sechs Streifendienste in der Wutachschlucht, wofür 64 Stunden aufgewendet wurden. Roland Stefan, Fachwart für Heimatpflege, nannte die Reinigung, Ausbesserung, teilweise Erneuerung und Katalogisierung der Feldwegkreuze als wichtiges Ziel, das zusammen mit Günter Dobrick erreicht wurde. Der Erhalt der Weilerkapelle, die in einer Broschüre aufgearbeitet werden soll, ist ein weiteres Hauptanliegen, dem man mit der Fördervereinsgründung näher kam. Die Kapelle soll an das Wanderwegnetz angeschlossen werden. Die diesjährige Kräuterwanderung wird ihren Abschluss an der Weilerkapelle finden. Bürgermeisterstellvertreter Rudolf Gwinner dankte für den Einsatz um den Erhalt der Kulturdenkmale und bezeichnete die Wanderberatung in der Drei-Schluchten-Halle als tolle Idee und wertvoll für den Tourismus. Er bat um Unterstützung bei seiner Forderung, den Wanderbus auch an den Brückentagen und über die Kreisgrenze hinweg einzusetzen. "Der Kreis müsste auch mehr hinter der Buslinie stehen", gab Josef Willmann den Ball zurück an den Kreisrat.


Abschluss des Wanderjahres 2009

Mit der Ehrung der fleißigsten Wanderer, einem Rückblick und einer Vorschau auf 2010 beschloss am 21.11.2009 im Gasthof Ganterbräu der Verein das Wanderjahr 2009. Dem "Wanderkönig" Rudolf Scherzinger überreichte der 1. Vorsitzende Karlheinz Rontke als Anerkennung ein Fotobuch mit Impressionen aus dem Wanderjahr 2009. Das Fotobuch wurde mit eigenen Bildern von Wanderungen im Jahre 2009 in einem Workshop für Bilderbearbeitung bei Hubert Volk und den Teilnehmern Rita und Herbert Bölle, Hermann Broich und Monika Maier erstellt.

In einigen statistischen Daten stellte Rita Bölle das Jahr 2009 dar. Bei 22 Wanderungen wurden von 508 Teilnehmern (davon 63 Gästen) 7196 km gewandert. Mit den Mittwochswanderungen waren es 7396 km bei 617 Teilnehmern. Das ergab eine Durchschnittsbeteiligung von 23 Teilnehmern. Bei sonstigen Veranstaltungen - Spieleabend, Diavortrag, Mitgliederversammlung - waren 105 Teilnehmer. An den Angeboten nahmen somit 722 Personen teil.

Geehrt werden konnten für ihre Wanderkilometer:
Scherzinger Rudolf
Bölle Herbert
Schelb Renate
Daubner Gerlinde
Schmid Elfriede
265
244
201
196
190
Hasenfratz Irma
Bausch Alma
Feck Sigrid
Bölle Rita
Schmid Bernd
187
181
173
171
170


Wandertage im Pfälzerwald vom 04. bis 06.10.2009
Bericht von Rita und Herbert Bölle
Nach wunderschönen Herbstwochen starten wir am Sonntagmorgen voller Bangen wegen des Wetters - der Wetterbericht hatte nämlich Regenwetter vorausgesagt. Wir hatten jedoch die ganzen drei Tage unheimliches Glück!

Im Ochsen in Hauenstein erwartete uns schon die Familie Engel mit einem Frühstück. Danach ging es auf den Hauensteiner Schusterpfad. Die Schuhproduktion ist in der Pfalz zuhause, in Hauenstein seit ca. 125 Jahren. Vor diesem Zeitraum war sie den bitterarmen Waldbauern in Heimarbeit ein willkommenes Zubrot. Wir wanderten an den markanten Wegpunkten Nedingfelsen, Kreuzelfelsen, dem über eine gewagte Leiter zu besteigenden Felsturm Hühnerstein vorbei, bis wir im Wanderheim des Pfälzerwaldvereins Dicke Eiche Rast machten. An der Wallfahrtskapelle Winterkirchl kam der Marienchor zum Einsatz. Nach dem spektakulären Trifelsblick erreichten wir bald wieder Hauenstein. Nach dem Nachtessen, wo einige mit dem Pfälzer Saumagen mit Käschde Bekanntschaft machten, genossen wir einen gemütlichen Abend mit sehr viel Gesang.

Am Montagmorgen fuhr uns unser Busfahrer Richard nach Hinterweidenthal ins Dahner Felsenland. Nach einem kurzen Aufstieg erreichten wir unser erstes Highlight, den Teufelstisch. Er ist fast das Wahrzeichen des Pfälzerwaldes und wird werbewirksam vermarktet. Der Sage nach soll Luzifer hier im Tal der Wieslauter eine Vesperpause eingelegt haben, als er um 1000 n. Chr. von Kaiser Konrad gebeten wurde, für den Bau einer großen Klosterschänke Steine zu transportieren. Dass es sich jedoch um ein Kloster - nämlich Limburg handelte - verschwieg er ihm. Kurz entschlossen packte er drei Felsbrocken: zwei lange säulenartige und einen, der als Tischplatte dienen konnte. Fertig war der Teufelstisch. Von hier wanderten wir weiter durch das Tal der Wieslauter bis zur Ruine Neudahn, wo wir eine Pause einlegten. Frisch gestärkt ging es auf einem wunderschönen Waldhöhenweg weiter nach Dahn, wo uns der Jungfernsprung begrüßte. Auch hier erzählt eine Sage von einer schönen und fröhlichen Jungfer, die beim Beerensammeln vom Sohn des Herren auf der Dahner Burg, einem wilden Jäger und brutalen Raufbold, bedrängt wurde. Sie rannte auf den Felsrand zu und sprang voller Verzweiflung in die Tiefe und landete unverletzt auf einem Rosenstrauch. Über den Dahner Ehrenfriedhof, wo 2400 Soldaten, die am Ende des Krieges noch gefallen waren, begraben sind, ging die Wanderung weiter an bizarren Sandsteinfelsen vorbei zu den Dahner Burgen, einer der markantesten Felsenburgen Deutschlands und der größten Burganlagen der Pfalz.

Der älteste Bauteil entstand bereits um 1100. Hier ließen wir uns in der Burgschänke Zwiebelkuchen und neuen Wein schmecken und wanderten nach einer Besichtigung wieder nach Dahn hinunter, wo uns unser Bus erwartete. Den Abend ließen wir wieder mit Gesang ausklingen.

Am Dienstag hieß es im Gasthaus Ochsen Abschied nehmen. Von Annweiler, einer wunderschönen mittelalterlichen Fachwerkstadt mit Stadtmühle und Gerberviertel, die um 1200 zur freien Reichsstadt ernannt wurde, wanderten wir hinauf zur Reichsburg Trifels, die um das Jahr 1081 erstmals erwähnt wurde. Sie hatte die Aufgabe, das Reich gegen Angriffe von Westen zu schützen. Hier waren eine Zeitlang die Reichsinsignien Krone, Zepter, Reichsapfel und Reichsschwert verwahrt. Heute sind dort noch Nachbildungen zu besichtigen, die Originale sind in der Wiener Hofburg. Aber auch die Nachbildungen sind beeindruckend ( Edelsteine, Gold u.v.m.).Auch soll hier der englische König Richard Löwenherz im Jahre 1193 gefangen gewesen sein und gegen ein beträchtliches Entgelt freigelassen worden sein. Der Neuaufbau erfolgte im Dritten Reich unter dem Aspekt einer kulturhistorischen Ideologie als Symbol des "alten und neuen Deutschen Reiches."
Hier wird man von der Geschichte fast erschlagen, deshalb gingen wir auch wieder weiter. Über die Ruinen Anebos und Münz, wo wir eine herrliche Sicht über den Pfälzerwald hatten, gelangten wir auf einem gemütlichen Waldpfad zur Ruine Madenburg. Sie liegt direkt am Rande des Pfälzerwaldes über dem Weinort Eschbach. Hier genossen wir die Burgschänke mit köstlichem Flammkuchen, Pfälzer Saumagen, neuem Wein u.a. Einen Blick warfen wir noch auf die Weingegend und
es erfolgte der Abstieg nach Eschbach, wo uns Richard erwartete und nach drei schönen Tagen nach Hause brachte.

Uns war ein bisschen Bammel vor der großen Gruppe mit 30 Wanderern. Es hat jedoch unheimlich Spass gemacht, die Gruppe passte sehr gut zusammen und wanderte sehr diszipliniert. Auch die Abende mit viel Gesang taten allen gut. Wir hoffen, dass die Tage in guter Erinnerung bleiben.

 


Mitgliederversammlung 2009

Wanderplan 2009: Ein umfang- und abwechslungsreiches Programm konnte bei der Mitgliederversammlung das Wanderwarte-Team Rita und Herbert Bölle und Gaby Vogt mit dem neuen Wanderplan 2009 vorstellen.

Bilder: Silvia Bächle

Für 50-, 40- und 25-jährige Mitgliedschaft ehrte der Vorsitzende Karlheinz Rontke zahlreiche Mitglieder. Auf dem Bild von rechts: Eugen Liebermann, Irmgard Modrinski, Lucia Bader, Herbert Schwörer, Bruno Wiehl, Fritz Hölderle, Franz Sigwarth, Lene Paul, Karlheinz Rontke.


Öschputzede 2009
Am 15. April um 17.00 Uhr haben sich 10 freiwillige Helfer zusammengefunden um das Gebiet Wanderparkplatz Seppenhofen bis Mühledobel Bachheim von Unrat zu befreien. Im Anschluss gab es ein Vesper im Gasthaus Hirschen, Seppenhofen.

Biotop-Pflege in der Kiesgrube Reiselfingen 2009
Bericht
Rechtspfeil


Grand Canyon des Schwarzwalds Rechtspfeil

Die Vielwanderer von heute haben eine Teilstrecke des 2006 eröffneten Malerwegs an den Ufern der Elbe zur beliebtesten Strecke in Deutschland gewählt. In einer Befragung unter 5400 regelmäßigen Wanderern erhielt die 18 Kilometer lange Route vom Lichtenhainer Wasserfall nach Schmilka die meiste Zustimmung, teilen die Organisatoren in Remagen bei Bonn mit. Zur Abstimmung aufgerufen worden waren die Leser mehrerer Wander- und Outdoor-Magazine .

Auf Platz zwei landete die 25 Kilometer lange Wanderetappe durch die Wutachschlucht im Schwarzwald, die von Lenzkirch zur Wutachmühle führt. .

Bericht: Spiegel Okt. 2008 Rechtspfeil